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05.04.2011

09:53 Uhr

Zeitgenössische Kunst

Riesenerfolg für Ullens’ China-Sammlung

VonMatthias Thibaut

Die Kunstsammlung von Baron Ullens bringt in Hongkong 55 Millionen US-Dollar. Der Belgier mit Wurzeln in China kaufte früh Ikonen des chinesischen Selbstbewusstseins. Ullens besitzt die Artal Lebensmittelgruppe.

Weltrekord für einen zeitgenössischen Künstler aus China: Zhang Xiaogangs "For Ever Lasting Love" erlöste in Hongkong umgerechnet 10,1 Mio. US-Dollar. Quelle: Sotheby's

Weltrekord für einen zeitgenössischen Künstler aus China: Zhang Xiaogangs "For Ever Lasting Love" erlöste in Hongkong umgerechnet 10,1 Mio. US-Dollar.

HongkongKenner hatten vorausgesagt, dass die zeitgenössische chinesische Kunst der Ullens Collection die Schätzpreise „verfünffachen oder verzehnfachen würde“ – und fast ist es so gekommen. Sotheby’s versteigerte am 3. April die 105 Lose in einem historischen „White Glove Sale“, einer “Auktion der weißen Handschuhe“  - ohne jeden Rückgang. Die Gesamteinnahme von umgerechnet 54,7 Millionen US-Dollar liegt etwa beim dreifachen der Schätzung. Die Auktion bewies, wie erwartet, dass der Appetit der Chinesen auf ihre eigene Contemporary Art erst so richtig aufkommt und lange nicht gestillt sein wird. Unvernünftig war dabei aber nichts.

Frühe günstige Erwerbungen

Die „Ullens Collection“ gehört zur großen Welle nach China zurückfließender Kunst. Baron Guy Ullens - Sohn eines belgischen China-Diplomaten und Besitzer der Lebensmittelgruppe Artal Group – begann in den frühen 1980er-Jahren in China zu sammeln und erwarb damals fast täglich Bilder zu Spottpreisen, die nun oft um ein Hundertfaches im Wert gestiegen sind.  Aber etwas komplizierter ist es doch. Nicht nur waren westliche Sammler und Galerien in der Auktion gut vertreten: Auch der Einsatz des Sammlers war nicht immer so niedrig.

Teure Abrundung

Das Spitzenlos etwa, Zhang Xiaogangs Triptychon „Forever lasting Love“, wurde mit einem Zuschlag von 10,1 Millionen US-Dollar an einen anonymen Telefonbieter verkauft. Aber die linke Tafel der Gruppe wurde, nachdem die Gruppe 1989 in der wichtigen Ausstellung „China/Avantgarde“ in der Nationalen Kunstgalerie Peking gezeigt wurde, einzeln verkauft: Das ist ansonsten unüblich im Geschäft mit der Kunst. 2007 musste Guy Ullens in einer Christie’s Auktion bereits 1,6 Millionen US-Dollar aufwenden, um das Triptychon wieder zu vereinen. Mit 10,1 Millionen Dollar setzte es nun eine neue Höchstmarke für chinesische zeitgenössische Kunst – der bisherige Rekord wurde erst im Oktober vom gleichen Künstler für das spätere „Birth of the People’s  Republic of China II“ mit 6,7 Millionen US-Dollar aufgestellt.

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