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06.01.2011

17:17 Uhr

Zeitgenössische Kunst

Spezies Kunstsammler unter der Lupe

VonChristiane Fricke

Ohne leidenschaftliche Kunstsammler gäbe es keine so anregenden Orte wie das das Museum Ludwig in Köln oder das Museum Berggruen in Berlin. Wie aber entstehen Sammlungen, warum und mit welcher Idee? Dieser Frage will die TU Berlin in ihrem Interview-Projekt „Collecting now. Quellen zeitgenössischen Kunstsammelns“ nachgehen.

Die Studentinnen Julia Schubert und Margret Bretlin interviewen den Sammler Thomas Olbricht. Foto(Ausschnit) TU Berlin/Markus Hilbich © TU Berlin/Markus Hilbich

Die Studentinnen Julia Schubert und Margret Bretlin interviewen den Sammler Thomas Olbricht. Foto(Ausschnit) TU Berlin/Markus Hilbich

DÜSSELDORF. Die TU Berlin legt die Basis dafür, dass unsere Nachfahren einmal auf ausreichendes Quellenmaterial zum zeitgenössischen Kunstsammeln zurückgreifen können. "Collecting now. Quellen zeitgenössischen Kunstsammelns" heißt das groß angelegte Interview-Vorhaben, das die an der Technischen Universität in Berlin lehrenden Professoren Lars Blunck und Magdalena Bushart angestoßen haben.

18 Studierende der Kunstgeschichte haben sie für ihr Langzeitprojekt gewinnen können. Sie werden in einer ersten Phase ausschließlich private Sammler zeitgenössischer Kunst in Berlin befragen. "Die Interviews sollen ein Mosaikstein sein, um künftig ein Bild von der Kunst und dem Kunstgeschehen im 21. Jahrhundert zeichnen zu können", erläutert Blunck.

Unvorbereitet gehen die Studenten nicht an ihre Aufgabe heran. Sie haben zuvor bereits Sammler und Kollektionen des 19. und 20. Jahrhunderts untersucht und sind dabei auf große Lücken gestoßen. Als blinde Stellen erwiesen sich Quellen, die das Selbstverständnis des Sammlers, die Kriterien für eine Sammlung, ihren Aufbau oder die Präsentation in der Öffentlichkeit betreffen.

Anfang dieses Jahres machten sich die Studenten an die Arbeit. Befragt haben sie bislang die bekannten Berliner Sammler Herbert Volkmann, Erika Hoffmann, Axel Haubrock, Alexander Schröder, Thomas Olbricht und den Medienkunstsammler Ivo Wessel. Die Gespräche dauern 90 Minuten und werden sowohl als Text- als auch als Audiodateien archiviert. Wenn der Sammler zustimmt, sollen sie auch über ein Internetportal abrufbar sein.

Als nächsten Schritt stellen sich Blunck und Bushart vor, den Fokus auf Galeristen und Kuratoren auszuweiten. Zu Wort kommen sollen später auch andernorts lebende Sammler und Sammler anderer Kunstepochen.

Infos unter: 030/314-22233, magdalena.bushart@tu-berlin.de und lars.blunck@tu-berlin.de

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