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08.11.2016

10:47 Uhr

Zeitgenössische Malerei

Notationen mit Farbe

VonSusanne Schreiber

Wie vielfältig abstrakte Malerei sein kann, zeigen gerade drei aktuelle Ausstellungen in Düsseldorf. Neben bekannten sind hier auch bislang weniger beachtete, starke Positionen zu entdecken.

Mal mit zarten, mal mitheftigen Pinselzügen durchkreuzt Vivian Drucker die Bildfläche. Quelle: Vivian Drucker/Kunstraum Düsseldorf

Malerei als Prozess

Mal mit zarten, mal mitheftigen Pinselzügen durchkreuzt Vivian Drucker die Bildfläche. Quelle: Vivian Drucker/Kunstraum Düsseldorf

DüsseldorfDüsseldorf Bilk: Vivian Drucker ist Malerin durch und durch. In einer von dem Künstler Christoph Bucher kuratierten Ausstellung im städtischen „Kunstraum“ in Düsseldorf führt sie vor, was den Reiz der Farbe ausmacht. In fein temperierten Mittelformaten schafft sie mit prozesshafter Malerei höchst individuelle Farbräume, die mal von zartem, mal heftigem Lineament durchkreuzt oder zusammengehalten werden. Rhythmus und Struktur entstehen hier durch kompakte Verdichtung von originellem Kolorit, zarten Farbschleiern und vielen Schichtungen.
Für all jene, für die die Beschreibung der Welt gerade nicht mit der Gegenständlichkeit aufhört, erschließt Vivian Drucker jene Phänomene, die mit Worten nur schwer oder unzutreffend erfasst werden können: die Welt als einen energetischen und psychischen Zusammenhang zu begreifen.

Gedanken unter Glas

Kurator Christoph Bucher hat für die Ausstellungsreihe „5 x 3“ die beiden anderen Positionen neben Vivian Drucker kontrastierend gewählt. Ulrich Nausner bleibt mit seinen graphischen, digitalen Texttransformationen dem klassischen Schwarz-Weiß der Buchdrucker verbunden. Und Sibylle Feucht widmet sich mit Farbfotos und Schlafsack-Installation dem dräuenden Thema Flucht.
Düsseldorf-Flingern: Pius Fox ist ein junger Maler, dessen Umgang mit Farbe und Linien man nicht vergisst. Selbst im Ansturm der Eindrücke, wie sie auf einer Messe auf den Flaneur einströmen nicht. Jetzt hat der Berliner seine zweite Einzelausstellung in der Galerie Conrads. Diesmal zeigt Fox eine neue Gattung: Hinterglasbilder. Die Anregung dazu fand er bei Paul Klee, erzählte er bei der Eröffnung.

So unterschiedlich die Behandlung der Farben auf den Glasplatten ist, immer wieder durchziehen sie schmale Bahnen. Mal leuchtend farbig, mal winkelig weiß. Als notiere der Maler die Wege der Gedanken, unsere Umwege und Kreuzwege eingeschlossen. Raster liegen zuunterst, fein nuancierte Farbflächen öffnen darüber Empfindungsräume.

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