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18.02.2012

17:01 Uhr

Zeitgenossen-Auktionen

Stark wie vor der Finanzkrise

VonMatthias Thibaut

Die jüngsten großen Auktionen für Contemporary Art in London zeigen: die Finanzkrise ist überwunden. Mittlerweile erzielen die Versteigerungen wieder Höchstpreise, sogar das Rekordjahr 2008 wird übertroffen.

Nicolas de Staels „Agrigente“ kostete 5,3 Millionen Pfund. Foto: Christie's Christie's

Nicolas de Staels „Agrigente“ kostete 5,3 Millionen Pfund.

Foto: Christie's

LondonKunst ist teuer, und „wir glauben und hoffen, dass es so bleibt“, freute sich Sotheby's Spezialistin für Contemporary Art, Cheyenne Westphal, am Mittwochabend, nachdem Sotheby's mit zügigem Absatz und minimalen Rückgängen Kunst für insgesamt 50,7 Millionen Pfund an Käufer aus 20 Ländern verkauft hatte.

Der Erfolg war umso erstaunlicher, als dies ohne derartige Preisraketen gelang, die Christie's am Vortag zur Verfügung gestanden hatten. Fundament der Auktion von Sotheby's war eine Serie von sechs Gemälden von Gerhard Richter, die zusammen 17 Millionen Pfund erzielten. Am teuersten war eine grausilberne Abstraktion für 4,8 Millionen Pfund, deren Schätzung bei 3 bis 4 Millionen Pfund gelegen hatte. Einige der spannendsten Bietgefechte wurden jedoch unter der Millionengrenze ausgefochten.

Christie's hatte vier Spitzenlose, die wesentlich höher lagen: ein Gemälde von Francis Bacon für 21,3 Millionen Pfund, eine große Abstraktion von Gerhard Richter für 9,9 Millionen Pfund, Nicholas de Staels sonnige Landschaft „Agrigente“ von 1953, die mit 5,3 Millionen Pfund den Rekordpreis knapp verfehlte, und ein Großformat von Christopher Wool mit der Kastenschrift „Fool“, das mit knapp 5 Millionen Pfund einen Rekordpreis erzielte.

Mit diesem Arsenal schaffte Christie's mit 80,6 Millionen Pfund das zweitbeste jemals erzielte Ergebnis einer Londoner Auktion von Contemporary Art, und es wäre noch besser ausgefallen, wenn Mark Rothkos großes Gemälde „Untitled“ in Rottönen, das auf 9 bis 12 Millionen Pfund geschätzt war, nicht für einen Privatverkauf zurückgezogen worden wäre.

Die Stärke der Londoner Auktionen ging jedoch auch hinunter bis in die unteren Preislagen. Christie's hatte mit 17,5 Millionen Pfund eine seiner besten Tagauktionen, verkaufte in South Kensington die intelligente Privatsammlung „A Way of thinking“ für 4 Millionen Pfund und hatte mit einem Gesamtumsatz von 109,5 Millionen Pfund die beste Auktionswoche für Contemporary Art jemals. Kurzum: Der Markthöhepunkt vom Juni 2008, drei Monate vor Ausbruch der Finanzkrise ist nicht nur wieder erreicht, sondern wurde sogar übertroffen. Nur dass heute der Markt weniger spekulativ ist und alle Beteiligten ihrer Sache sicherer sind.

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