Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.12.2012

09:43 Uhr

Zum Tode Dave Brubecks

Der den ungeraden Takt spielte

VonUlrich Selich

Der Jazz-Pianist Dave Brubeck ist am gestrigen Mittwochmorgen im Krankenhaus von Norwalk im US-Bundesstaat Connecticut an Herzversagen gestorben. Heute wäre er 92 Jahre alt geworden. Ein Nachruf.

Herzversagen

Jazz-Ikone Dave Brubeck tot

Herzversagen: Jazz-Ikone Dave Brubeck tot

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

DüsseldorfDer Komponist und Pianist, der bei Darius Milhaud studierte und Vorlesungen bei Arnold Schönberg hörte, war ein Grenzgänger der Musik. Er bewegte sich von Anfang seiner Karriere an zwischen Jazz und „ernster Musik“ und war mit seinem Stil  wegweisend, obwohl seine Vorliebe für ungerade Taktarten zunächst als wenig publikumstauglich galt.

Doch schon in den 50er-Jahren feierte er so große Erfolge, dass das „Time“-Magazin ihn auf die Titelseite hob. Brubeck selbst war davon gar nicht so begeistert, wurde ihm diese Ehre doch noch vor dem von ihm bewunderten Duke Ellington zuteil.

Mit seinem legendären Quartett, das er 1951 mit Saxofonist Paul Desmond gründete, veröffentlichte Brubeck 1959 das einflussreiche Album „Time Out“, auf dem sich auch die berühmte Paul-Desmond-Komposition „Take Five“ - im 5/4-Takt – findet. Die LP verkaufte sich weltweit über eine Millionen Mal – keiner Jazzplatte war dies zuvor gelungen.

Im Zweiten Weltkrieg war Brubeck Soldat, und ihn schockte, was er sah. Es widersprach seiner an den Zehn Geboten orientierten Weltsicht, in der für Hass, Gewalt und Unterdrückung kein Platz war. Da gab es für ihn als Bandleader, als seinem schwarzen Bassisten Eugene Wright von einem rassistischen Clubbesitzer der Zugang zur Bühne verweigert wurde, keine andere Wahl, als den Auftritt des Quartetts umgehend abzusagen – und er hielt es auch in Zukunft so.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×