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02.10.2013

19:00 Uhr

Zum Tode von Tom Clancy

„Das Gute hat die besseren Sturmgewehre“

Als Versicherungsvertreter fühlte er sich intellektuell unterfordert - und begann zu schreiben. Mit „Jagd auf Roter Oktober“ gelang Tom Clancy sein Durchbruch. Jetzt ist er mit 66 Jahren gestorben.

Tom Clancy ist im Alter von 66 Jahren gestorben. ap

Tom Clancy ist im Alter von 66 Jahren gestorben.

New YorkDie Brille war sein Schicksal. Deshalb wurde der Postbotensohn Tom Clancy nicht Kommandant eines Kampfpanzers oder U-Boots, sondern Versicherungsvertreter. Bis er sich „intellektuell unterfordert“ fühlte und über die Welt schrieb, die ihn selbst faszinierte: das Militär. Bücher wie „Jagd auf Roter Oktober“ haben Clancy berühmt und auch reich gemacht. Jetzt ist der Bestsellerautor mit 66 gestorben.

Mit Anfang 30 hatte Clancy keine Lust mehr auf Policen und tauchte in die Welt der Marine ab. Er verschlang Karten und Handbücher, sprach mit Experten und stellte Seeschlachten nach. Ja selbst in den ersten Videospielen übte er sich in Taktik. Das Ergebnis war ein Buch über einen Sowjetkapitän, der mit seinem Atom-U-Boot zu den Amerikanern überläuft: „Jagd auf Roter Oktober“. Das Buch verkaufte sich blendend und Millionen wollten Sean Connery und Alec Baldwin im Film sehen. In den letzten Zügen des Kalten Krieges erzählte Clancy den Konflikt glaubwürdig, fast unblutig und vor allem spannend.

Selbst Marineexperten waren erstaunt, woher der Versicherungsagent sein Wissen hatte. Einfache Antwort Clancys: harte Arbeit. „Die Informationen sind ja alle da, wenn man nach ihnen sucht. Und das geheime Zeug bekommt man ganz einfach, wenn man das nicht geheime nimmt und einfach die Punkte verbindet.“

Für Clancy war es eine Flucht aus der langweiligen Realität in eine Welt, die er für viel spannender hielt: „Ich mag Schreiben“, sagte er schon 1986 in einem Fernsehinterview. „Ich hatte noch nie so viel Spaß. Man kann seine eigene kleine Welt bauen, wie als Kind mit der Eisenbahn. Aber statt Eisenbahnen habe ich Panzer und Schiffe und Flugzeuge und all' dieses Zeug.“ Er könne alles so arrangieren, wie er wolle. „Und wenn ich es nicht mag, fange ich einfach von vorn an.“

Die Leser mochten, was der Amerikaner da schrieb. Er ließ hohe Sowjetoffiziere für die Amerikaner spionieren, schmuggelte Atombomben in die USA und ließ seinen Star, CIA-Agent Jack Ryan, den britischen Thronfolger retten, eine Verschwörung um Drogenkartelle aufdecken und ihn sogar zum Präsidenten aufsteigen. Etwas abseits steht „Im Sturm“ - Clancys Simulation, wie wohl ein Dritter Weltkrieg zwischen Nato und Ostblock ausgesehen hätte. Kurzfassung: erschreckend real.

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