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13.03.2003

15:00 Uhr

Paradigmenwechsel

Datenspeicher-Experten spüren Kostendruck

Die Krise der IT-Branche hat auch die Hersteller von Produkten für die Datenspeicherung erreicht. Auf der Computermesse CeBIT geht es schon lange nicht mehr darum, welcher der gebürsteten Stahlschränke sich im Firmen-Rechenzentrum am besten macht.

HB/dpa HANNOVER. Angesichts der radikal zusammengestrichenen Budgets für IT- Ausgaben wollen die Verantwortlichen in den Unternehmen nur noch wissen, wie die explosionsartige Zunahme gespeicherter Datenmengen am kostengünstigsten zu bewältigen ist. Die Marketingexperten der Hersteller haben ihre Verkaufsargumente entsprechend angepasst.

Im Vordergrund steht nicht mehr Technologie- sondern Kostenführerschaft. Dabei geht es den Speicherexperten immer noch besser als dem Rest der Branche. Die Margen im so genannten Storage- Markt waren schon immer höher als im IT-Branchendurchschnitt. Eine aktuelle Umfrage der Investmentbank Salomon Smith Barney kommt zu dem Schluss, dass die Investitionen 2003 in diesem Segment am stärksten steigen dürften.

Um den sinkenden Gewinnspannen für die erforderliche Hardware zu entgehen, haben die führenden Produzenten unterschiedliche Wege eingeschlagen. Für den Chef der VERITAS Software, Gary Bloom, befinden sie sich in einem "Schockzustand".

"Wenn die Hardware für die Datenspeicherung zur Massenware wird, werden die Unterschiede zwischen den einzelnen Herstellern irrelevant", sagte Bloom. Sein Unternehmen ist auf Software für das Management von Datenspeichersystemen spezialisiert. In diesen Markt drängen auf Grund der höheren Gewinnspanne verstärkt auch Hardware- Produzenten wie der führende Massenspeicher-Hersteller EMC und Hewlett-Packard.

IBM hat dagegen die Speicher-Festplattenherstellung an Hitachi verkauft und setzt nun auf das Geschäftsmodell "eBusiness on Demand". Dabei wird das Management und die Speicherung von Daten als Dienstleistung betrachtet werden. Der weltgrößte Computerhersteller hat auf der CeBIT mit "Stonehenge" eine Datei-Infrastrukturlösung vorgestellt, das ursprünglich für die Bedürfnisse der IBM - Festplattenproduktion in Mainz entwickelt worden ist. Dabei konnten die 3000 Nutzer auch auf die Produktionsdaten des inzwischen stillgelegten Werks in Ungarn zurückgreifen. Eine Testversion sei bereits bei einem großen deutschen Amt mit rund 5000 Anwendern im Einsatz, sagt der IBM-Manager Axel Koester.

Die Standardisierung der Datenspeicherprodukte schreitet unterdessen weiter voran. Nach dem Standard "Bluefin" hat der Branchenverband SNIA (Storage Networking Industry Association) kurz vor der CeBIT den neuen Standard "CIM-SAN-2" vorgestellt. Kompatible Produkte werden von einigen Herstellern bereits gezeigt.

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