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22.01.2003

09:11 Uhr

Paramilitärische Gruppe steckt dahinter

Kolumbien: Drei US-Journalisten entführt

In Panama sind nahe der kolumbianischen Grenze nach US-Medienberichten vom Dienstag drei amerikanische Journalisten entführt worden. Sie seien bereits am Sonntag vermutlich von Mitgliedern der paramilitärischen Gruppe "Einheiten zur Selbstverteidigung Kolumbiens" (AUC) verschleppt worden.

HB/dpa WASHINGTON/PANAMA-STADT. Zu den Journalisten gehört den Angaben zufolge auch der freie Mitarbeiter des US-Nachrichtensenders CNN und Reisebuch-Autor Robert Pelton. Er wurde auch international durch ein spektakuläres Interview mit dem so genannten "amerikanischen Taliban" John Walker Lindh bekannt, dass er kurz nach dessen Festnahme in Afghanistan Ende 2001 geführt hatte.

In der Darién-Region, in der die Journalisten entführt wurden, hatten die kolumbianischen Paramilitärs nach Angaben von Bewohnern am Samstag drei Dorfälteste ermordet, mehrere Gehöfte geplündert und dann Minen gelegt, um ihren Rückzug abzusichern. Panamas Regierung bestätigte am Dienstag, dass sie rund 300 Polizisten in Marsch gesetzt habe, um dort für Ordnung zu sorgen. In Panama war am Dienstag auch von einem Kommunique des AUC-Führers Carlos Castaño die Rede. Dieser soll darin mitgeteilt haben, dass er die Journalisten bloß in Sicherheit gebracht habe und sie wieder freilassen wolle.

Der Darién ist eine schwer zugängliche Urwaldregion im Osten Panamas. Zwischen Panama und Kolumbien gibt es dort bis heute keine Straßenverbindung. Deshalb nutzen sowohl die rechten AUC als auch die linken kolumbianischen FARC-Rebellen den Darién als Rückzugsgebiet und stiften dort Unfrieden. Panama hat keine Armee. Die letzten US-Truppen, die früher den Panamakanal sicherten, zogen 1999 ab.

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