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13.02.2001

12:16 Uhr

Parteichef Diepgen will umfassenden Prüfauftrag erteilen

Landowskys Spenden wurden am CDU-Rechenwerk vorbei ausgegeben

Die Spenden zweier Immobilienkaufleute an den Berliner CDU-Fraktionschef Klaus Landowsky sind innerhalb der Partei teilweise auf ein Sonderkonto geleitet worden. Die Partei will nun unabhängige Prüfer beauftragen, eventuelle Ungereimtheiten in den Parteifinanzen aufzuklären.

ap BERLIN. Die Spenden zweier Immobilienkaufleute an den Berliner CDU-Fraktionschef Klaus Landowsky sind innerhalb der Partei teilweise auf ein Sonderkonto geleitet worden. Einen entsprechenden Bericht des Berliner "Tagesspiegels" bestätigte CDU-Sprecher Matthias Wambach am Dienstag. Er erklärte, die Partei werde einen umfassenden Prüfungsauftrag an unabhängige Prüfer vergeben, um eventuelle Ungereimtheiten in den Parteifinanzen aufzuklären.

15 000 DM der 40 000-Mark-Spende von den Aubis-Geschäftsführern Klaus Wienhold und Christian Neuling, die der CDU-Fraktionschef Klaus Landowsky im Oktober 1995 in zwei getrennten Kuverts entgegengenommen hat, sind nach Angaben der Zeitung auf ein Sonderkonto geflossen. Angelegt und verwaltet wurde dieses Konto vom damaligen CDU-Landesgeschäftsführer Konrad Wilczek. Mit weiteren 10 000 DM, die von Landowsky an die CDU-Landeszentrale gegangen seien, seien Wahlkampfhonorare für eine Ex-Stadträtin und einen inzwischen verstorbenen CDU-Mitarbeiter gezahlt worden. Wambach bestätigte, dass von dem Geld auf dem Schwarzkonto Computer und Büromaterial für die CDU-Zentrale gekauft worden seien. Weitere Einzahlungen auf das Konto habe es nicht gegeben. Als es 1996 aufgelöst wurde, sollen 679 DM übrig geblieben und beim CDU-Landesverband als Einnahmen verbucht worden sein.

CDU-Fraktionschef Landowsky hatte am Vortag den Verzicht auf seinen Spitzenposten als Banker bekannt gegeben. Er ist Vorstandssprecher der Berlin Hyp, einer Tochter der mehrheitlich in Landesbesitz befindlichen Bankgesellschaft Berlin. Landowsky zog damit die Konsequenzen aus Vorwürfen, die fragliche Spende satzungswidrig entgegengenommen und weiter gegeben zu haben.



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