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16.01.2002

07:44 Uhr

Partner dementiert Fehlverhalten

Enron-Wirtschaftsprüfer von Andersen gefeuert

Die US-Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Andersen hat ihren für den bankrotten Energiehändler Enron verantwortlichen Partner entlassen. Zudem seien bereits sieben weitere Partner, die mit den Enron-Büchern vertraut gewesen seien, von ihren Verpflichtungen entbunden worden, teilte Andersen am Dienstag weiter mit.

Reuters CHICAGO. "Auf Basis unserer heutigen Maßnahmen sollte es klar sein, dass Andersen unethisches Verhalten, grobe Fehleinschätzungen oder vorsätzliche Verletzungen unserer Grundsätze nicht tolerieren wird", sagte Andersen-Chef Joseph F. Berardino. Der Anwalt des entlassenen Partners dementierte ein Fehlverhalten seines Klienten, der nach Angaben des US-Kongresses am Mittwoch von dem zuständigen Ausschuss des Repräsentantenhauses zu Enron befragt werden soll.

David B. Duncan, der für Enron verantwortliche Partner, habe nach einem am 23. Oktober eilig einberufenen Treffen, die Vernichtung tausender E-Mails und einer Vielzahl von Papieren veranlasst, teilte Andersen weiter mit. Das Treffen habe stattgefunden, kurz nachdem Duncan erfahren habe, dass die US-Börsenaufsicht SEC Informationen über die Buchführung und Bilanzierung bei Enron angefordert hatte.

Über seinen Anwalt Robert Giuffra dementierte Duncan ein Fehlverhalten: "Er folgte genau den Anweisungen eines Andersen-Anwalts zur Behandlung der Dokumente. Er hat nichts falsch gemacht." Ein Sprecher des Energieausschusses des Repräsentantenhauses bestätigte Reuters auf Anfrage, dass Duncan am Mittwoch befragt werden soll. "Ehrlich gesagt, jetzt, da er gefeuert ist, mag er etwas motiviertere zu sein, mit uns zusammenzuarbeiten", sagte der Sprecher. Duncan habe außerdem sechs Kisten mit Unterlagen dem Ausschuss zur Verfügung gestellt.

Vergangene Woche hatte Andersen mitgeteilt, dass Mitarbeiter Dokumente im Enron-Fall vernichtet hatten. Branchen-Experten zufolge könnten Klagen im Zusammenhang mit Enron Andersen möglicherweise ruinieren. Es sei unwahrscheinlich, dass Versicherungen mögliche Schadenersatzzahlungen übernähmen.

Enron, der bislang größte Konkursfall der US-Unternehmensgeschichte, hatte Anfang Dezember Gläubigerschutz nach Paragraph elf des US-Konkursrechtes beantragt.

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