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26.02.2003

19:08 Uhr

„Pechvogel“ Angerer Vierter

Claudia Künzel sprintet zu Silber

Claudia Künzel ist aus dem Schatten von Evi Sachenbacher zu WM-Silber gesprintet, Tobias Angerer bleibt dagegen der Pechvogel im deutschen Team. Mit dem zweiten Platz im Sprint-Wettbewerb setzte die 25-jährige Oberwiesenthalerin am Mittwoch die Erfolgsserie der deutschen Langläufer bei den nordischen Ski- Weltmeisterschaften fort und feierte zugleich den größten Einzel- Erfolg in ihrer Karriere. Angerer verpasste dagegen als Vierter im Finale knapp das erhoffte Edelmetall.

HB/dpa VAL DI FIEMME. Die Olympia-Zweite Evi Sachenbacher musste sich nach einem taktischen Fehler im Halbfinale mit Rang fünf begnügen. Die Titel gingen an die Norwegerin Marit Björgen und den Schweden Thobias Fredriksson.

Nach dem Zieleinlauf wurde Claudia Künzel von ihrer Team-Kollegin Evi Sachenbacher stürmisch gefeiert, sie selbst hatte zunächst kaum noch die Kraft zum Jubeln. "Die Medaille war mein großes Ziel. Endlich hat es geklappt. Es ist ein tolles Gefühl, erfolgreich zu sein. Aber wir dürfen nicht von diesem Gefühl leben, sondern müssen immer weiter arbeiten", sagte die Olympia-Vierte von Salt Lake City.

Gegen Weltmeisterin Björgen hatte Künzel keine Chance, doch dahinter hielt die blonde Sächsin ihre Konkurrentinnen in Schach. "Mein Selbstbewusstsein im Finale war enorm groß", erklärte die Sportsoldatin, die in Oberwiesenthal mit dem männlichen Nachwuchs zusammen trainiert. "Das Programm ist dadurch viel intensiver", meinte die 25-Jährige. "Sie hat es sich verdient", lobte Bundestrainer Jochen Behle.

Dessen Glücksgefühl über die Medaille im Frauen-Rennen wich dann jedoch dem Mitgefühl für Tobias Angerer. Der Bayer hatte sich bravourös in den Endlauf gekämpft, wo er als Vierter leer ausging. "Es gibt im Finale nur einen, der keine Medaille bekommt. Und das war ausgerechnet Tobi", meinte Behle. Nachdem ihm im Skiathlon der Ski gebrochen und er in der Silber-Staffel nicht zum Einsatz gekommen war, fühlte sich der Vachendorfer endgültig vom Glück verlassen. "Ich habe seit einer Woche das Pech gepachtet. Im Moment bin ich sehr enttäuscht", meinte der 25-Jährige, der mit Wut und Ärger im Bauch in den Wettkampf gegangen war.

Evi Sachenbacher klagte schon nach ihrem Sieg im Viertelfinale über schwere Beine. In der Vorschlussrunde hatte die 22-Jährige dann nichts mehr zum Zusetzen und wählte auch noch die falsche Taktik. "Ich habe auf einen Sprint spekuliert", gab sie nach dem verpassten Endlauf zu. "Ich hatte nicht den richtigen Kampfgeist und habe zu zeitig aufgegeben", sagte die Olympia-Zweite von Salt Lake City, die sich mit einem Sieg im B-Endlauf rehabilitierte.

Der Bundestrainer schimpfte dagegen über den taktischen Fehler der Bayerin. "Viel dümmer kann man sich nicht verhalten an diesem Anstieg, wenn man dort als Erste ankommt", erklärte Behle. Manuela Henkel (Oberhof) und Stefanie Böhler (Ibach), die sich souverän für die Runde der besten 16 qualifiziert hatten, schieden im Viertelfinale als jeweils Dritte ihres Laufes aus. Bereits im Prolog waren René Sommerfeldt (Oberwiesenthal/19.), Andreas Stitzl (Bergen/23.) und Dirk Klessen (Oberhof/26.) ausgeschieden. "Damit bin ich nicht zufrieden", meinte Behle.

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