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07.06.2000

13:24 Uhr

Reuters LONDON. Die Entscheidung der britischen Notenbank bei ihrer Sitzung am Mittwoch, die Zinsen unverändert bei 6,0 % zu lassen, dürfte sowohl in der Exportindustrie als auch bei Hauseigentümern sehr positiv ankommen. Die Bank von England ließ schon im vierten Monat in Folge den Zinssatz unverändert. Zuletzt hatte die Notenbank den Schlüsselzins am 10. Februar um 25 Basispunkte angehoben. Die meisten Marktteilnehmer hatten weiterhin stabile Zinsen erwartet.

Sowohl beim Anstieg der Hauspreisen und der Löhne - die beiden größten Inflationssorgen der Notenbank - zeichnet sich eine Abkühlung ab. Das geldpolitische Komitee (MPC) der Notenbank gab zwar keine weitere Erklärung zu ihrem Zinsentscheid ab. Doch nach Ansicht von Volkswirten vermehren sich die Anzeichen für die von der Notenbank erhoffte Verlangsamung der Konjunktur nach den Zinserhöhungen von September bis Februar. Das Zinsniveau in Großbritannien übersteigt zwar immer noch deutlich die Zinsrate von 3,75 % in der Euro-Zone. Doch es liegt klar unter dem Zinsniveau in den USA, nachdem die US-Notenbank die Zinsen bei ihrer Sitzung im vergangenen Monat auf 6,5 % angehoben hat.

Volkswirte rechnen zwar in Großbritannien mit einem leichten Zinsanstieg auf etwa 6,5 % - vor allem wenn sich das Pfund weiter abschwächt, was den Druck auf die britischen Exporteure verringern würde. Doch einige sehen mit 6,0 % bereits den Höhepunkt des aktuellen Zins-Zyklus erreicht.

Das Pfund war vor einem Monat auf den höchsten Stand sie 14 Jahren gestiegen, hatte seitdem jedoch gegenüber den wichtigsten Weltwährungen um über sieben Prozent nachgegeben. Auf die Zinsentscheidung reagierte die britische Währung jedoch kaum. Die Bank von England will zwar ein schwächeres Pfund um die britischen Exporteure zu entlasten. Doch sie befürchtet, ein zu starkes Abfallen des Pfund könnte die Importpreise erhöhen und damit die Inflation anschüren.

Die jüngsten Produktionszahlen aus Großbritannien dürften nach Einschätzung von Analysten die Bank von England in ihrer Entscheidung bestätigt haben, die Leitzinsen unverändert zu lassen. Die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe ging mit minus 0,2 % im April überraschend zurück. Obgleich die Industrieerzeugung im April nach Angaben des Statistischen Amtes mit plus 0,8 % zum Vormonat und mit plus 2,2 % im Jahresabstand unerwartet stark anstieg, werten Analysten die Daten als Anzeichen für eine konjunkturelle Abkühlung.

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