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10.07.2000

11:53 Uhr

Pharma-Branche

Novartis-Reorganisation wurde von den Analysten erwartet

Die Reorganisation des Pharmabereichs von Novartis hat keine hohen Wellen geworfen. In Analystenkreise wurde der Schritt zwar positiv, aber keineswegs als überraschend aufgenommen.

Reuters ZÜRICH. Plinio Zanetti von der Bank Leu erklärte am Montag: "Ein bisschen erwartet wurde dieser Schritt schon". Auch die personellen Änderungen an der Spitze des Konzerns sorgten nur für geringe Aufregung. Neuer Pharmachef wird nach Firmenangaben vom Montag Thomas Ebeling, während sein Vorgänger Jerry Karabelas dem Bioventure Fund des Konzerns leiten werde. An der wenig veränderten Schweizer Börse notierten Novartis um das Vortagesniveau bei 2600 sfr.

Mit der Reorganisation sollen laut Novartis spezifische Kundengruppen optimal bedient werden können. Der Pharmasektor werde in die Geschäftseinheiten Allgemeinmedizin, Spezialistenprodukte und Mature Products unterteilt. "Unser Ziel ist es, unsere Pharma-Aktivitäten auf Franchisen und strategische Marken auszurichten und gleichzeitig die Managementstrukturen zu fokussieren", erklärte Novartis-Konzernleiter Daniel Vasella. Gemäss dem neuen Pharma-Leiter Ebeling werden die Veränderungen auch helfen, die besten Spezalisten in der Branche zu rekrutieren.

Bei UBS Warburg Dillion Read in London wurde die Reorganisation begrüsst. Durch die neue Struktur könnten die einzelnen Bereiche besser konsolidiert werden. Zanetti erklärte, dass bislang zwar wenig Details bekannt wurden. "Die Neuorganisation demonstriert aber, dass Novartis den Hebel neu ansetzt".

Bezüglich der personellen Änderung hiess es bei der UBS Warburg Dillon Read, dass die Besetzung mit Ebeling nicht negativ sei, obwohl es gewissen Leuten sicher leid tue, dass Karabelas nun etwas ins Abseits geschoben würde. Einen gewissen Vorbehalt zeigte die Bank in Bezug auf Ebelings Erfahrung ein globales Geschäft zu leiten. Zanetti erklärte, er habe von Ebeling, der 1997 zu Novartis stiess, einen guten Eindruck. Bevor Ebeling zu Novartis kam, arbeitet er als General Manager bei Pepsi-Cola und Reemtsma in Deuschland.

Zu Karabelas erklärte Zanetti, dass dessen Neu-Positionierung auf den ersten Blick wie eine Zurückversetzung aussehe. Karabelas habe aber schon früher angedeutet, dass er die Pharmaleitung zugusten eines anderen abtreten wolle. Zudem handelt es sich beim Bioventure Fund um einen zukunftsträchtigen Bereich. Und vielleicht habe Karabelas in diesem Bereich zusätzliche Stärken, erklärte Zanetti.

Die Umstrukturierung ist nicht die Folge eines schlechten Geschäftsgangs: Die Pharmaverkäufe der Gruppe dürften nach Angaben von Konzernchef Daniel Vasella im ersten Halbjahr nicht aus dem Rahmen fallen. Vasella erklärte in einem Telefoninterview mit Reuters, er sehe keine Überraschungen bei den Verkäufen im ersten Halbjahr. Er erklärte weiter, der für die zweite Jahreshälfte geplante Zusammenschluss der Agrobusiness-Geschäfte von Novartis und AstraZeneca zu Syngenta sei auf gutem Weg. Er wisse gegenwärtig von keinen weitere Devestitionen, die mit Blick auf die Bewilligung von Wettbewerbsbehörden nötig seien. Novartis und AstraZeneca haben bisher kleinere Firmenteile verkauft, um die Bedenken von Wettbewerbsbehörden zu Syngenta zu zerstreuen.

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