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23.01.2003

12:00 Uhr

Pharmakonzern steigert Gewinn

Novartis vergrößert Roche-Anteil

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat nach eigenen Angaben vom Donnerstag seine Beteiligung an dem ebenfalls in Basel beheimateten Roche-Konzern auf 32,7 Prozent von bisher 21,3 Prozent erhöht. Novartis hält damit praktisch eine Sperrminorität an Roche.

Reuters BASEL/ZÜRICH. Weiteren Angaben zufolge steigerte Novartis im vergangenen Jahr bei einem um zwei Prozent auf 32.412 Milliarden Franken erhöhten Umsatz den Reingewinn um vier Prozent auf 7,313 Milliarden Franken.

Eine Fusion mit Roche will Novartis nach den Worten von Konzernchef Daniel Vasella nicht erzwingen. Auch soll der Anteil nicht weiter ausgebaut werden. Einen Sitz im Roche-Verwaltungsrat will Novartis nicht anstreben. Vasella betonte am Donnerstag aber erneut die Synergien, die zwischen den beiden Konzernen möglich wären und bekräftigte, dass es sich bei der Beteiligung um eine langfristige Sache handle.

Roche will von Novartis weiterhin nicht viel wissen. Der Konzern betonte in einer ersten Reaktion erneut den Willen zur Unabhängigkeit. Die größere Novartis-Beteiligung ändere nichts an der Strategie, sagte ein Sprecher. An der Börse war dagegen die Auffassung zu hören, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis sich Roche an Novartis anlehnen muss.

Der Garant für die Unabhängigkeit von Roche sind die Gründer-Familien, die in einem Aktionärspool zusammengeschlossen sind und dort 50,1 Prozent der Stimmrechte halten. Bislang sprachen sich die Familien immer für die Unabhängigkeit von Roche aus.

Hinter der Meldung über die Erhöhung der Roche-Beteiligung traten die Daten zum Novartis-Jahresabschluss für 2002 etwas zurück. Wie Novartis weiter mitteilte, stieg der Umsatz der wichtigsten Division Pharma um vier Prozent auf 21,002 Milliarden Franken. In Lokalwährungen betrug das Umsatzwachstum im Konzern elf Prozent und im Pharmabereich 13 Prozent. Die Dividende soll um sechs Prozent auf 0,95 Franken je Aktie steigen.

2003 rechnet der Konzern mit einer anhaltenden Wachstumsdynamik. Trotz höherer Forschungsinvestitionen und eines voraussichtlich niedrigeren Finanzertrages infolge der schwierigen Wirtschaftslage rechnet Novartis mit einem operativen Ergebnis und einem Reingewinn über Vorjahresniveau. Wegen der hohen Forschungsaufwendungen dürfte die Marge im Pharmabereich aber zurückgehen, hieß es.

Bis im Jahr 2007 will Novartis sieben so genannte Blockbuster haben. Das sind Medikamente mit einem Jahresumsatz von einer Milliarde Dollar und mehr. Von Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Nettogewinn von 7,29 Milliarden Franken gerechnet. Der Konzernumsatz war auf 32,65 Milliarden Franken und der Pharmaumsatz auf 21,06 Milliarden Franken geschätzt worden.

An der Börse notierten Novartis gegen Mittag unverändert bei 49,90 Franken. Die Roche-Genussscheine, die keine Stimmrechte haben, verbesserten sich um 2,25 Franken oder 2,3 Prozent auf 100 Franken. Die Roche-Aktie sank um 2,9 Prozent auf 176,50 Franken. Nach Ansicht von Händlern würden sich die Kurse der beiden Papier im Falle einer Fusion angleichen müssen.

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