Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.02.2002

16:51 Uhr

Phase Zwei im Kampf gegen Terrorismus

Blair und Bush beraten über Pläne für Irak-Angriff

Der britische Premierminister Tony Blair und US-Präsident George W. Bush wollen einem Zeitungsbericht zufolge im April abschließend über Pläne für einen Militäreinsatz gegen Irak beraten.

Reuters LONDON. Dies berichtete die britische Tageszeitung "The Observer" am Sonntag unter Berufung auf britische Regierungskreise.

Dem Blatt zufolge wird Blair in die USA reisen, um Bush seiner Unterstützung für einen Einsatz gegen Irak zu versichern, falls dieser weiter Aufforderungen ignoriere, seine Massenvernichtungswaffen zu zerstören. Blairs Büro kommentierte die Reisepläne des Premierministers nicht. Kuwait hat es nach Angaben seines Botschafters in Berlin abgelehnt, im Falle eines Angriffs gegen Irak als Aufmarschgebiet für amerikanische Truppen zur Verfügung zu stehen.

Der "Observer" zitierte einen ranghohen Berater Blairs mit den Worten: "Bei dem Treffen (zwischen Blair und Bush) soll die Phase Zwei im Kampf gegen Terrorismus abgeschlossen werden. Ein Einsatz gegen Irak wird ganz oben auf der Tagesordnung stehen." Dem Blatt zufolge will die britische Regierung Beweise dafür veröffentlichen, dass Irak versucht, Atomwaffen zu produzieren.

Großbritannien teilt Besorgnis

Ein Sprecher Blairs sagte, Großbritannien habe stets klar gemacht, dass es die Entschlossenheit der USA im Kampf gegen den Terrorismus teile. "Wir teilen ihre Besorgnis über Bagdads Unterstützung für den Terrorismus und seine Entwicklung von Massenvernichtungswaffen."

Bush hatte den Irak gemeinsam mit Iran und Nordkorea als "Achse des Bösen" bezeichnet und damit unter anderem bei europäischen Verbündeten die Besorgnis ausgelöst, die USA planten einen Angriff auf Irak.

Der Botschafter Kuwaits in Berlin, Faisal R. Al-Ghais, sagte der "Berliner Zeitung" (Montagausgabe) laut Vorabbericht, "zwar hassen wir das Regime in Bagdad. Aber das heißt nicht, dass wir jemanden ermutigen, es auf dem Umweg über Kuwait zu stürzen." Er betonte, sein Land wäre wie die anderen arabischen Staaten in der Region froh, wenn der irakische Präsident Saddam Hussein seine Macht verlöre. Die Regierung Kuwaits wisse, dass Saddam "große Bestände biologischer und chemischer Waffen angelegt hat". Auch die Angst vor einem neuen Angriff Iraks auf Kuwait sei nicht gebannt. Irak war 1990 in Kuwait einmarschiert und von der amerikanisch-britischen Allianz im Golfkrieg 1991 wieder vertrieben worden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×