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13.01.2003

18:50 Uhr

Pilot sah Piste nicht

Türkisches Unglücksflugzeug flog zu tief

Das türkische Passagierflugzeug, das Mitte vergangener Woche beim Landeanflug in dichtem Nebel mit 80 Insassen an Bord abgestürzt war, ist ersten Untersuchungen zufolge zu tief geflogen.

HB/dpa ANKARA. "Der Pilot hat die Piste nicht gesehen, obwohl das Flugzeug die minimale Sinkhöhe erreicht hatte", sagte der türkische Verkehrsminister Binali Yildirim am Montag in Ankara.

Der Pilot sei über die Position der Maschine "nicht ganz im Bilde" gewesen, sagte der Minister nach einem Bericht der halbamtlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Dennoch habe die Crew keinerlei Radarhilfe verlangt. Dies gehe aus der Auswertung der Gesprächsaufzeichnungen zwischen dem Cockpit und dem Tower am Flughafen von Diyarbakir hervor.

Mit der Auswertung des Flugschreibers soll nach Angaben des Ministers an diesem Dienstag begonnen werden. Nach dem Absturz der Maschine, bei dem nur fünf Passagiere überlebten, waren Mängel an der technischen Ausstattung des Flughafens kritisiert worden. Die Kritik richtete sich besonders auf das Fehlen des Instrumenten-Landesystems (ILS), das Flugzeuge auch bei dichtem Nebel sicher an die Landebahn heranführt.

Auch fünf Tage nach dem Unglück waren am Montag noch immer 15 der 75 Toten nicht identifiziert. Darunter sind nach Angaben der türkischen Behörden acht Ausländer. Unter ihnen werden zwei Briten, ein US-Amerikaner und Staatsbürger verschiedener arabischer Länder vermutet. Genproben sollen jetzt bei der Identifizierung helfen.

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