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17.01.2002

09:02 Uhr

Pläne sollen dem Aufsichtsrat am 30. Januar vorgelegt werden

Presse: Deutsche Bank vor drastischer Neustrukturierung

Das Thema eines bevorstehenden Umbaus im Vorstand der Deutschen Bank beschäftigt am Donnerstag erneut zahlreiche Zeitungen im In- und Ausland. Zwar soll es entgegen anders lautenden Berichten vom Vortag nicht um einen "offenen Kampf" gehen, wie Vorstand und Aufsichtsrat der Deutsche Bank AG, Frankfurt, beteuert hatten.

vwd FRANKFURT. Die Neugestaltung der Führungsstruktur hat die Bank jedoch inzwischen bestätigt. An ein Modell nach dem Vorbild des US-amerikanischen Chief Executive Officer (CEO), der das Unternehmen hauptverantwortlich führt, sei dabei nicht gedacht, so die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Die "Global Heads" der einzelnen Geschäftsbereiche sollen künftig enger mit dem Konzernvorstand zusammen arbeiten, heißt es in der "Börsen-Zeitung".

Als Ebene dafür kämen Executive Committees in Frage. Die Pläne sollen dem Aufsichtsrat am 30. Januar vorgelegt und einen Tag später der Presse vorgestellt werden. Der designierte Vorstandssprecher Josef Ackermann werde seine Position deutlich stärken und mehr Macht haben als seine Vorgänger, berichtet das "Handelsblatt". Die übrigen Vorstände würden dagegen an Einfluss verlieren. Zudem sei geplant, den achtköpfigen Vorstand zu verkleinern. Um das Aktienrecht nicht zu verletzen, werde es auch künftig einen Vorstand geben, der Veto gegen Entscheidungen des Komitees einlegen kann.

Die Tageszeitung "Die Welt" will aus informierten Kreisen bereits Einzelheiten erfahren haben. So werde Michael Philipp, der für die Vermögensverwaltung zuständig ist, voraussichtlich die Bank verlassen. Jürgen Fitschen, der wie der US-Amerikaner Philipp aus dem Investmentbanking kommt, soll den Plänen zufolge in das Exekutiv-Komitee des Vorstands wechseln. Auch die Mitglieder, die im Vorstand verbleiben, sollen zumindest zum Teil veränderte Aufgabengebiete haben, heißt es weiter. Alle fünf Vorstandsmitglieder sollen im Komitee sitzen, dem der künftige Vorstandssprecher vorsitzen werde.

Der Vorstoß der Deutschen Bank könnte Beispiel gebend für andere Kreditinstitute sein, meint die "Financial Times Deutschland". In der Konzernzentrale werde betont, dass die neue Führungsstruktur mit dem deutschen Aktienrecht konform sein wird. Die im Aktiengesetz festgeschriebene Gesamtverantwortung des Vorstands widerspreche allerdings dem heutigen Geschäftsalltag. "Es ist nicht mehr zeitgemäß, dass über jede Kreditvorlage im Gesamtvorstand so lange diskutiert wird, bis Einvernehmen hergestellt ist", zitiert das Blatt einen Banker.

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