Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.05.2016

15:17 Uhr

Brexit

Loser, Loser, Loser

Verbissen versuchen das Pro- und das Contra-Lager die Briten vor dem Brexit auf ihre Seite zu ziehen. Fast alles ist noch offen. Nur eins ist sicher: Ob Brexit oder nicht, einen Gewinner wird es nicht geben.

David Cameron wirbt für einen Verbleib in der EU. Doch so sehr er die Werbetrommel rührt, gewinnen kann er nicht. Denn in dieser Debatte gibt es nur Verlierer. dpa

Daumen hoch

David Cameron wirbt für einen Verbleib in der EU. Doch so sehr er die Werbetrommel rührt, gewinnen kann er nicht. Denn in dieser Debatte gibt es nur Verlierer.

LondonDrinbleiben oder Rausgehen aus der EU, das ist die Frage, die britische Wähler beim Referendum am 23. Juni beantworten müssen. Umfragen zufolge wird es eine denkbar knappe Entscheidung. Nichts vermochte in den vergangenen Wochen das Pendel eindeutig in die eine oder in die andere Richtung bewegen. Nicht einmal die Intervention des US-Präsidenten, der bei einem Besuch in London für den Verbleib Großbritanniens in der EU warb.

Dabei bombardieren beide Lager die Wähler geradezu verzweifelt mit „Fakten“. Premierminister David Cameron, der für einen Verbleib des Königreichs in der Union wirbt, warnt vor allem vor den wirtschaftlichen Folgen eines Brexit. Wer für den Austritt votiere, stimme „potenziell für eine Rezession“, so Cameron. Jeder private Haushalt müsse jährlich mit einem Verlust von 4.300 Pfund rechnen, rechnete das Finanzministerium aus.

Steckbrief Großbritannien

Bevölkerungsverteilung

England 84,1 Prozent; Wales 4,78; Schottland 8,27; Nordirland 2,85 (Stand: Juni 2015)

Einwohner

64,6 Millionen (Stand: Juni 2015)

Fläche

243.820 Quadratkilometer (gut zwei Drittel der Fläche Deutschlands)

Hauptstadt

London – etwa 8,6 Millionen Einwohner (Stand: März 2016)

Landessprachen

Englisch, Walisisch, Gälisch

Regierungschef

Theresa May, seit Juli 2016

Staatsoberhaupt

Queen Elizabeth II., seit 1952

Staatsform

Parlamentarische Monarchie

Bruttoinlandsprodukt je Einwohner

39.500 Euro (Dt.: 37.100) (Stand 2015)

Erwerbslosenquote bei 20- bis 64-Jährigen

4,6 Prozent (Dt.: 4,6) (Stand 2015)

Panikmache, sagen Camerons Gegner, unter anderem Londons ehemaliger Bürgermeister Boris Johnson. Gebetsmühlenhaft wiederholt er, wie viel Großbritannien an Mitgliedsbeiträgen jährlich, monatlich, täglich an die EU zahlt – und was man mit diesem Geld alles machen könnte. Zugleich fordert er, Großbritannien solle seine Grenzen wieder kontrollieren – und meint damit: nicht mehr ungehindert EU-Bürger ins Land lassen.

Beide Seiten stützen sich auf Experten. Die rufen für den Fall eines Brexit schon mal das Ende des Finanzplatzes Londoner City aus. Ein anderes Mal sind sie der Meinung, dass die Bankgeschäfte ohne lästige EU-Regularien noch viel besser laufen könnten.

Je näher die Abstimmung rückt, desto schriller werden die Töne. Boris Johnson ist sich nicht zu schade, die Idee der Europäischen Union mit Plänen Hitlers für ein Europa unter der Führung Nazi-Deutschlands zu vergleichen. Cameron warnt, der Chef der Terrormiliz IS würde sich über einen Austritt Großbritanniens aus der EU freuen. Erfolgreich scheinen damit beide nicht zu sein.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×