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24.06.2016

16:08 Uhr

Brexit und die englische Premier League

Was passiert mit Özil, Schweinsteiger & Co.?

Erstmals stehen gleich drei britische Teams bei der EM-Endrunde im Achtelfinale. Doch nach dem Brexit-Votum bangen viele Profis in der Premier League um ihre Arbeitserlaubnis. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was passiert mit den deutschen Nationalspielern Bastian Schweinsteiger (l.) und Mesut Özil, die für Manchester United und den FC Arsenal spielen? dpa

Der Brexit und die Folgen für den Fußball

Was passiert mit den deutschen Nationalspielern Bastian Schweinsteiger (l.) und Mesut Özil, die für Manchester United und den FC Arsenal spielen?

LondonDer flammendste Appell aus der Welt des Fußballs gegen einen Brexit kam von David Beckham. Die Sport- und Werbe-Ikone erinnerte an frühere europäische Teamkollegen wie Frankreichs Eric Cantona und beendete sein Plädoyer gegen den EU-Austritt Großbritanniens mit einem Wahlentschluss: „Remain“ (Bleiben). Es nützte nichts, die Brexit-Befürworter setzten sich durch. Doch was sind die Folgen für den Fußball auf der Insel nach dem Brexit-Referendum? Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Können England, Wales, Nordirland und Schottland weiterhin an einer EM und Clubs aus den Ligen dieser Länder am Europapokal teilnehmen?
Ja. Über die Chance zur Teilnahme an diesen Wettbewerben entscheidet allein die Mitgliedschaft in der Europäischen Fußball-Union.

Was sind die Folgen des Brexits für die Premier League?
Spieler mit einem Pass eines EU-Mitglieds dürfen bislang ohne Einschränkung für einen Club aus dem Vereinigten Königreich arbeiten. Dies ist nach aktuellen Bestimmungen bei einem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union nicht mehr der Fall.

Pro und kontra Brexit: So argumentieren die beiden Lager

Argumente in der Brexit-Debatte

Kaum ein Wahlforscher wagt, das Ergebnis des Referendums über Großbritanniens EU-Mitgliedschaft vorherzusagen. Die Umfragen sind halbwegs ausgeglichen, entscheiden könnten Bauchgefühl, Ereignisse in den Tagen vor der Abstimmung oder auch die Wahlbeteiligung. Die Kampagnen für und gegen den Brexit wollen aber auch mit Argumenten überzeugen. Die wichtigsten im Überblick.

Pro: Kontrolle über die Grenzen

Immigration ist mit Abstand das wichtigste Argument der EU-Gegner. Zwar gehören die Briten nicht zum halbwegs grenzenlosen Schengen-Raum, aber EU-Bürgern dürfen sie die Einreise und das Arbeiten nicht verweigern. Vor allem Einwanderer aus Osteuropa, die angeblich wegen der Sozialleistungen kommen, sind bei manchen Briten nicht gut angesehen.

Pro: Kosten

Die Kampagne „Vote Leave“ hat errechnet, dass die EU das Land 350 Millionen Pfund pro Woche koste – mehr als 450 Millionen Euro. Und bis 2020 soll es noch viel teurer werden.

Pro: Eigene Gesetze

Was aus Brüssel kommt, sehen viele Briten traditionell kritisch. Erst recht, wenn es um Regulierung, Standards und Gesetze geht. EU-Gegner wollen, dass London wieder alles selbst entscheidet – von Baurichtlinien bis zum Arbeitsmarkt.

Pro: Handel

Zwar erarbeitet die EU Freihandelsabkommen mit den USA und Kanada – aber eigene Abkommen etwa mit China und Indien seien für das jeweilige EU-Mitglied nicht machbar, kritisieren Brexit-Fürsprecher.

Kontra: Handel

Für EU-Freunde ist die Wirtschaft klar das größte Plus der Union. Drei Millionen Arbeitsplätze hingen am Handel mit der EU, heißt es bei der Kampagne „Britain stronger in Europe“. Dazu kämen täglich Investitionen in Millionenhöhe. Für jedes Pfund, das London nach Brüssel gebe, kämen so beinahe 10 Pfund zurück. Ein Brexit könne etwa Reisen und Lebensmittel deutlich teurer machen.

Kontra: Arbeitsrechte

Mutterschutz, Urlaubstage und mehr - die EU garantiert Arbeitnehmern manches, was sonst vielleicht zur Debatte stünde. Ein wichtiges Argument vor allem für die sozialdemokratische Labour-Partei.

Kontra: Außenpolitik

Eine Gemeinschaft aus 28 Staaten hat mehr Gewicht als ein einzelnes Land. Unter anderem wollen die USA, dass die Briten in der EU bleiben – und die Beziehung zu Washington ist für London traditionell besonders wichtig.

Kontra: Sicherheit

Auch der Kampf gegen den Terror sei in der EU effektiver, sagen viele – sowohl direkt in Syrien als auch zu Hause. Die Geheimdienste MI5 und MI6 sind dafür, in der Staatengemeinschaft zu bleiben. So können sich die Sicherheitsdienste und Polizeibehörden einfacher austauschen.
(Quelle: dpa)

Die Spieler werden wie Akteure aus einem Nicht-EU-Staat behandelt, diese müssen bereits jetzt strikte Kriterien einhalten. Diese Regeln wurden vom Innenministerium unter anderem auf Drängen des englischen Verbands FA zum Schutz einheimischer Spieler aufgestellt.

Welche Regeln sind das?
Die Erteilung einer Arbeitserlaubnis richtet sich derzeit für Spieler aus einem Nicht-EU-Land nach der Weltranglistenposition seines Herkunftslandes und seinen Länderspielen. So muss ein Spieler aus einer Nation unter den Top 10 der Welt 30 Prozent der möglichen Länderspiele der vergangenen zwei Jahre bestritten haben. Von einem Profi aus einem Land der Plätze 11 bis 20 sind 45 Prozent aller Einsätze für sein Nationalteam gefordert - und so weiter.

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