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26.06.2016

17:16 Uhr

Brexit und die Wut der Jungen

„Uns wurde eine Lüge verkauft“

VonYasmin Osman, Nicole Bastian

Der Ausgang des EU-Referendums war gerade für viele junge Briten ein Schock. Sie protestieren gegen das Ergebnis und fordern eine zweite Chance. Für Dienstag ist eine Großdemonstration in London geplant.

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LondonDie Mehrheit der Briten mag für einen Ausstieg aus der Europäischen Union gestimmt haben. Doch in der Hauptstadt des Vereinigten Königreichs wollten die meisten Menschen, bei aller Kritik, Teil der EU bleiben. Obwohl das Resultat eindeutig ist, wollen sich viele der Wahlverlierer nicht damit abfinden.

Für Dienstag ist am Trafalgar Square eine Großdemonstration geplant. Die Teilnehmerzahl dürfte in die Zehntausende gehen. Auf der Facebook-Seite der Veranstalter „London Stays“ haben zumindest 45.000 Menschen ihr Kommen angekündigt.

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Doch schon am Wochenende nach dem Referendum machten die ersten ihrem Unmut spontan Luft. Etwa 200 bis 300 meist junge Menschen und Familien hatten sich am Samstag nach der Abstimmung am Parliament Square eingefunden. Viele von ihnen haben sich eine EU-Flagge auf die Wange gemalt oder sie tragen Transparente, mit denen sie ihrem Ärger Luft machen.

„You stole our future from us“, steht auf einem Transparent, das zwei junge Schülerinnen in die Luft halten. Auf Deutsch: „Ihr habt unsere Zukunft gestohlen“. Die 17-jährige Afrin und die 16-jährige Anjum hätten gerne an der Abstimmung teilgenommen. Doch sie waren zu jung. „Die jungen Leute sehen die EU viel positiver, uns ist die Freizügigkeit wichtig“, erklärt Afrin. „Man hat unsere Zukunft verspielt.“

Tatsächlich waren die jungen Wähler die entschiedensten Befürworter der EU-Mitgliedschaft. Die Gruppe der 18- bis 24-Jährigen hatte mit einer überwältigenden Mehrheit von 75 Prozent für ein „Remain“ gestimmt.

Das Problem: die Jungwähler, von denen nun viele entsetzt sind, waren am bequemsten: Nur 36 Prozent dieser Altersgruppe ist überhaupt zur Wahl gegangen. Bei den Wahlberechtigten, die älter als 55 Jahre sind, waren es mehr als 80 Prozent. Man kann sagen: Die Jugend hat selbst dazu beigetragen, dass am Ende die Bedenken der älteren Briten den Ausschlag bei der Wahl gaben.

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