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22.06.2016

14:36 Uhr

Eddie Izzard im Interview

„Europa ist ein Bühne für uns alle“

VonDonata Riedel

Der Comedian Eddie Izzard ist seit Wochen unterwegs, um die Briten zur Abstimmung gegen den Brexit zu bewegen. Im Interview spricht er über seine Motivation und das tolle daran, Shows in mehreren Sprachen zu geben.

Handelsblatt-Reporterin Donata Riedel traf den Comedian in Brighton.

Eddie Izzard

Handelsblatt-Reporterin Donata Riedel traf den Comedian in Brighton.

An der Sussex-Universität in den grünen Hügeln um das Seebad Brighton hat der bekannte Komiker und heterosexuelle Transvestit über seine Motive für seine politische Ein-Mann-Kampagne für die EU gesprochen.

Mr. Izzard, Sie sind seit Wochen auf einer Tour durch England, um für den Verbleib Großbritanniens in der EU zu werben.
Es ist eine Kampagne, die ich gestartet habe, nicht eine Comedy-Tour. Das ist schon etwas anderes.

Wo waren Sie denn überall?
Also in Cardiff, Glasgow, Edinburgh, Newcastle, Brighton, London. Eigentlich fast überall in UK.

Die Leute wissen ja, dass Sie für Bleiben in der EU sind. Hatten Sie im Publikum überhaupt Brexit-Befürworter?
Doch ja, ab und zu schon, das merkt man dann an den Fragen. Außerdem habe ich ein Programm gegeben – drei Shows in drei Sprachen in drei Stunden. Das zeigt, was man alles tun kann, um die Länder zusammenzubringen – wenn ich die Show auf deutsch in Deutschland und in Frankreich auf französisch und auf englisch im Vereinigten Königreich gebe, und dann während des D-Day-Jahrestages in der Normandie hintereinander in allen drei Sprachen. Das war gerade vor zwei Wochen.

Brexit-Referendum: Der Zeitplan

Donnerstag 8.00 Uhr

Die Wahllokale öffnen.

Donnerstag 23.00 Uhr

Die letzten Wahllokale schließen. Die Auszählung beginnt. Hochrechnungen gibt es nicht.

Nacht zum Freitag

Ergebnisse der 382 Wahlbezirken werden nach und nach bekannt gegeben. Sie sind nicht repräsentativ.

Freitagmorgen

Die Wahlkommission veröffentlicht ein vorläufiges Endergebnis.

Freitag 11.00 Uhr

In Brüssel treffen sich die Spitzen der EU, um über den Ausgang des Referendums und die Folgen zu beraten.

Was wollten sie damit ausdrücken?
Ich wollte daran erinnern, dass wir gerade einmal vor gut 70 Jahren alle gegeneinander gekämpft haben, jetzt aber auf mehr als 70 Jahre Frieden zurückblicken können. Das ist natürlich auch Teil meiner Kampagne zu zeigen, wie großartig Europa heute ist. Und ich glaube, dass so schon einige sehen, welche Möglichkeiten Europa uns allen bietet.

Wollen die Leute denn wirklich überzeugt werden?
Ich glaube, gerade bei den jungen Leuten kann eine positive Kampagne etwas bewegen. Wenn ich mit ihnen spreche, und erkläre, dass in der EU doch jeder eine faire Chance bekommt im Vergleich zu anderen Gegenden, merke ich schon, dass sie anfangen, darüber nachzudenken.

Aber ist es nicht ein Problem, dass viele jüngere gar nicht zur Wahl gehen?
Das ist genau der Punkt, an dem ich ansetze. Normale Wahlen handeln ja eher von Steuern und dem Gesundheitssystem, wofür sich junge Leute vielleicht noch nicht so interessieren. Aber dieses Referendum wird auch darüber entscheiden, ob es noch Billigflüge, den kostenlosen Arztbesuch im Ausland und faire Mobilfunk-Roaminggebühren geben wird. Ich hoffe, sie merken, dass es sie persönlich etwas angeht, und dass dann sehr viel mehr Leute beim Referendum abstimmen, als bei allgemeinen Wahlen.

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Sie waren ja auch in Berlin.
Ja, für zwei Monate vor zwei Jahren, mit Auftritten an sechs Tagen die Woche. Es ist doch toll, wenn heute ein Engländer seine Show auf deutsch gibt, und deutsche Künstler wie Michael Mittermeier im englischsprachigen Raum Erfolg haben. Das ist doch wunderbar, wenn in Europa, das alle diese Kriege hatte, jetzt eine Bühne ist für uns alle. Und das wird weiter so gehen, und immer größer werden. Es ist doch schön, wenn alle Europäer sich auch an Comedy aus anderen Ländern erfreuen können. Ich bin ein britischer Europäer, so wie es afrikanische Amerikaner gibt.

Veranstalten Sie Ihre Kampagne eigentlich als One-Man-Show oder auch zusammen mit anderen Künstlern?
Die Kampagne "Strongforeurope ist" meine. Aber sie verbindet sich natürlich mit den anderen Pro-Europa Kampagnen in diesen Wochen. Die Grünen und Labour haben ihre Kampagnen, und ich hoffe, dass alle zusammen dann am Donnerstag zu einem Remain führen.

Herr Izzard, vielen Dank für das Gespräch.

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