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16.06.2016

14:37 Uhr

EZB-Ratsmitglied Nowotny

„Wir haben Vorsorge für den Brexit getroffen“

Nicht nur Bürger, Unternehmen und Politiker bereiten sich auf einen drohenden „Brexit“ vor – auch die Notenbanken spielen verschiedene Optionen durch. EZB-Ratsmitglied versichert, die Notenbank habe vorgesorgt.

Im Falle des EU-Austritts rechnet der österreichische Notenbankpräsident mit einer Verschlechterung des Finanzplatzes London. Reuters

Ewald Nowotny

Im Falle des EU-Austritts rechnet der österreichische Notenbankpräsident mit einer Verschlechterung des Finanzplatzes London.

WienDie Europäische Zentralbank (EZB) ist laut Ratsmitglied Ewald Nowotny für einen möglichen EU-Austritt Großbritanniens gerüstet. Kurzfristig könne sich das in Unruhe an den Märkten auswirken, sagte Österreichs Notenbank-Gouverneur auf einer Veranstaltung in Wien. „Wir haben entsprechende Vorsorgen getroffen in Bezug auf die Liquiditätsversorgung, sowohl vonseiten der EZB wie auch bei uns“, sagte Nowotny. Die Briten stimmen am 23. Juni über den Verbleib ihres Landes in der EU ab.

Es gebe Vereinbarungen zwischen der EZB und der Bank von England für gegenseitige Liquiditätshilfe. „Wenn hier Notwendigkeit besteht, ist sichergestellt, dass es weder bei den englischen Banken noch bei den europäischen Banken zu Liquiditätsengpässen kommt“, sagte Nowotny. Im Falle eines Austritts aus der EU rechnet der Notenbanker damit, dass sich die Rolle des Finanzplatzes London verschlechtern wird. Es werde „zu einer gewissen Verlagerung“ kommen auf Finanzplätze innerhalb der Europäischen Union.

Fünf Schritte zum EU-Austritt

Schritt 1

Großbritannien informiert die Vertretung der EU-Staaten über seine Absicht, aus der Union auszutreten.


Schritt 2

Die Staats- und Regierungschefs legen unter Ausschluss Großbritanniens Leitlinien für die Austrittsverhandlungen fest.

Schritt 3

Die EU-Kommission oder ein anderes, von den Staaten ernanntes Gremium handelt mit Großbritannien ein Abkommen über die Einzelheiten des Austritts aus. Dabei wird auch der Rahmen für die künftigen Beziehungen Großbritanniens zur Union festgelegt.

Schritt 4

Die EU-Staaten beschließen das Abkommen mit qualifizierter Mehrheit nach Zustimmung des Europäischen Parlaments.

Schritt 5

Wenn kein Abkommen zustande kommt und keine Fristverlängerung gewährt wird, scheidet Großbritannien zwei Jahre nach dem Einreichen des Austrittsgesuchs ungeregelt aus der EU aus.

Von

rtr

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