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22.05.2016

17:19 Uhr

G7-Finanzminister besorgt

„Brexit würde globales wirtschaftliches Umfeld erschüttern“

Die G7-Finanzminister haben sich besorgt über einen Austritt Großbritanniens aus der EU gezeigt. In der Abschlusserklärung ihres Treffens in Japan hieß es, ein Brexit würde das globale wirtschaftliche Umfeld erschüttern.

Zwei Tage haben sich die G7-Finanzminister, darunter auch Wolfgang Schäuble (CDU), im japanischen Sendai zu Gesprächen getroffen. dpa

Treffen der G7-Finanzminster

Zwei Tage haben sich die G7-Finanzminister, darunter auch Wolfgang Schäuble (CDU), im japanischen Sendai zu Gesprächen getroffen.

Sendai Den Finanzminister der sieben großen Industriestaaten (G7) bereitet ein möglicher Austritt Großbritanniens aus der EU Sorgen. In der Abschlusserklärung ihres zweitägigen Treffens im japanischen Sendai hieß es am Samstag, ein Brexit würde das globale wirtschaftliche Umfeld erschüttern. Vereinbart wurde, international auf einen verstärkten Kampf gegen die Finanzierung von Terror hinzuarbeiten.

„Gewalttätigen Terrorismus zu bekämpfen und die Täter zur Rechenschaft zu ziehen, bleiben oberste Prioritäten für die gesamte internationale Gemeinschaft“, erklärten die Finanzminister von Deutschland, den USA, Kanada, Frankreich, Großbritannien, Italien und Japan. Dabei seien „gezielte Finanzsanktionen“ und das Einfrieren der Guthaben von Gruppen wie dem Islamischen Staat (IS) und ihrer Mitglieder entscheidend.

Steckbrief der G7 – die Gruppe steht für...

BIP

... ein Drittel der Weltwirtschaftsleistung (nach Daten zum BIP kaufkraftbereinigt).

Giganten

... 6 der 10 größten Volkswirtschaften der Welt (nach BIP).

Bevölkerung

... 11 Prozent der Weltbevölkerung.

Unternehmen

... 72 der 100 umsatzstärksten börsennotierten Unternehmen der Welt.

Klima

... 26 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes.

Militär

... 49 Prozent der weltweiten Militärausgaben.

Vereinte Nationen

... 3 von 5 Mitgliedern des Uno-Sicherheitsrats und 7 von 193 Mitgliedern der Vereinten Nationen.

Einen Monat vor dem Brexit-Referendum gab die G7 dem britischen Finanzminister George Osborne Rückendeckung für einen Verbleib Großbritanniens in der EU. Das Treffen mit seinen G7-Kollegen habe die Bedeutung der Entscheidung unterstrichen, sagte Osborne dem britischen Rundfunksender BBC. Wenn die Briten am 23. Juni für einen EU-Austritt stimmten, würde es „extrem schwierig“, Handelsabkommen mit EU-Ländern zu schließen.

Außerdem müsste Großbritannien dann auch mit mehr als 50 Ländern neu verhandeln, die nicht in der EU sind. In diesem jahrelangen Prozess hätten britische Unternehmen „keine Sicherheit“ und würden daher auf Neueinstellungen und Investitionen verzichten, warnte Osborne in der BBC. „Das trifft die Einkommen der Leute, den Wert von Häusern, es trifft Unternehmen und Jobs.“

Die Minister und die Zentralbankchefs der G7 befassten sich auch mit der Währungspolitik, wobei das Bemühen des japanischen Regierungschefs Shinzo Abe um einen weicheren Yen auf Ablehnung der anderen Länder stieß. US-Finanzminister Jacob Lew forderte, „von wetteifernder Abwertung abzusehen“. Abe erwiderte, Tokio reagiere lediglich auf „einseitige, abrupte und spekulative Maßnahmen“ im Devisenhandel.

G7-Treffen der Finanzminister: Erst Sake, dann Klartext

G7-Treffen der Finanzminister

Erst Sake, dann Klartext

Das Ende der Gemeinsamkeiten: Beim Finanzministertreffen in Japan zeigt sich, dass die G7-Staaten demokratische Werte teilen – aber keine wirtschaftspolitischen Überzeugungen. Das liegt auch an Wolfgang Schäuble.

In der Abschlusserklärung hieß es, die Minister hätten „existierende G7-Vereinbarungen zu Wechselkursen bestätigt“ und „die Wichtigkeit hervorgehoben, dass alle Länder von wetteifernder Abwertung absehen“. Durch eine Abwertung der nationalen Währung werden Exporte billiger und Importe teurer. Die japanische Regierung hatte angedeutet, Maßnahmen gegen den derzeit starken Yen ergreifen zu wollen.

Die Staats- und Regierungschefs der G7-Länder treffen sich am kommenden Donnerstag und Freitag zu einem Gipfel im japanischen Ise-Shima.

Von

afp

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