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23.06.2016

15:50 Uhr

Stephanie Flanders beim Handelsblatt

„Ein Brexit würde die Märkte länger verunsichern“

VonTorsten Riecke

Stephanie Flanders, Marktstrategin der JP Morgan Asset Management in London, warnt vor einem Ausscheiden Großbritanniens aus der EU. Ob sie eine Finanzkrise erwartet und welche Risiken die Briten in Kauf nehmen würden.

Die Marktstrategin war am Mittwochabend zu Gast im Londoner Handelsblatt-Quartier, um mit Herausgeber Gabor Steingart über den Brexit zu sprechen.

Stephanie Flanders

Die Marktstrategin war am Mittwochabend zu Gast im Londoner Handelsblatt-Quartier, um mit Herausgeber Gabor Steingart über den Brexit zu sprechen.

LondonSie hat Ökonomie studiert, war jahrelang Journalistin bei der Financial Times und der BBC und half dem US-Finanzminister Larry Summers Ende der 90er Jahre die vom Hedge-Fonds LTCM ausgelöste Finanzkrise zu bewältigen. Die heutige Bankerin Stephanie Flanders (47) hat in ihrer Karriere oft die Seiten gewechselt. Das gibt ihr ein gutes Verständnis für die unterschiedlichen Postionen in der aktuellen Brexit-Debatte. „Ich finde es ein wenig arrogant, wenn Journalisten sich über die Qualität der Debatte beklagen“, sagt Flanders im Handelsblatt-Wirtschaftsclub in London. Es sei eben nicht so einfach, komplizierte Zusammenhänge zu erklären.

Wenig anfangen kann die Britin mit den Schreckensszenarien, die Anhänger und Gegner eines Brexits vor dem heutigen Referendum an die Wand malen: „Ich rechne selbst bei einem Austritts Großbritanniens aus der EU nicht mit einer systemische Finanzkrise wie wir sie 2008 beim Zusammenbruch von Lehman Brothers erlebt haben.“ Eine Phase der Verunsicherung besonders an den Devisen- und Aktienmärkten könne es aber geben. Politisch könnte ein Brexit gar zu "chaotischen Zuständen" führen.

Flanders hofft, dass die Briten dabei bleiben, daraus macht sie keinen Hehl. „Wenn ein Austritt keine wirtschaftlichen Vorteile bringt, frage ich mich, warum man das Risiko eingehen sollte.“ Dennoch macht sie sich keine Illusionen, dass ein Votum für Europa, den Streit auf der britischen Insel beenden könnte. „Es könnte durchaus sein, dass wir in ein paar Jahren noch einmal  über Europa abstimmen müssen“, sagte Flanders. Die Briten würden auch künftig mit einem gewissen Groll nach Brüssel blicken.

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