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09.06.2017

13:35 Uhr

Großbritannien

Erstmals mehr als 200 Frauen im Parlament

VonSteffen Daniel Meyer

Rekord nach der Parlamentswahl in Großbritannien: Noch nie zogen so viele weibliche Abgeordnete ins Unterhaus ein, unter ihnen auch die erste Sikh-Gläubige. Sie holte einen Parlamentssitz für Labour im Bezirk Birmingham.

Die erste Sikh-Frau im britischen Unterhaus ( ihre Facebook-Seite). Facebook/Preet Gill 4 Edgbsaton

Preet Gill

Die erste Sikh-Frau im britischen Unterhaus (ihre Facebook-Seite).

LondonSo viele Frauen gab es noch nie im britischen Unterhaus: Auf 207 von 650 Sitzen werden in Zukunft weibliche Abgeordnete sitzen. Im Jahr 2015 wurden 191 gewählt, bei den darauffolgenden Nachwahlen stieg die Zahl auf den bisherigen Rekord von 197.

Unter den neu gewählten Abgeordneten ist auch die erste Sikh-Anhängerin des Parlaments: Preet Kaur Gill holte für die Labour-Partei den Sitz für den Bezirk Birmingham Edgbaston und schlug damit die bisherige Tory-Platzhalterin Caroline Squire. Der Sikhismus ist die viertgrößte Glaubensgemeinschaft in Großbritannien und hat seinen Ursprung in Nordindien. Weltweit hat die Religion rund 25 Millionen Anhänger.

Gill ist in Edgbaston geboren und aufgewachsen und will mit den Menschen in ihrer Heimatstadt „Großes erreichen“, so die „Hindustan Times“. Laut des Berichts wolle sie sich zudem mehr für die Belange von Sikh-Gläubigen einsetzen. Bhai Amrik Sinng, Chef der britischen Sikh-Vereinigung, erklärte gegenüber der „BBC“: „Sie wird eine fantastische Abgeordnete und ein exzellentes Vorbild sein.“

Sie war die erste gewählte Abgeordnete des britischen Unterhauses – aber nahm nie auf ihrem Sitz Platz. Wikimedia/historytoday.com

Constance Markievicz

Sie war die erste gewählte Abgeordnete des britischen Unterhauses – aber nahm nie auf ihrem Sitz Platz.

Die erste Frau, die jemals in das Parlament gewählt worden war, war Constance Markievicz im Jahr 1918. Im selben Jahr hatte Großbritannien mit einem entsprechenden Gesetz – dem „Parliament Qualification of Women Act 1918“ – Frauen über 21 Jahren zum ersten Mal erlaubt, sich zur Wahl zu stellen. Markievicz nahm den Sitz allerdings nicht an, da sie Sinn-Féin-Mitglied war: Die Abgeordneten der irischen Partei, die die Wiedervereinigung Irlands anstreben, bleiben dem britischen Unterhaus fern, da sie ansonsten einen Treueeid auf die britische Königin ablegen müssten – ein No-Go für die Unabhängigkeitskämpfer.

Die erste Frau, die ihren Sitz auch besetzte, war dann die Konservative Nancy Astor. Sie gewann in einer Nachwahl im Dezember 1919 den Bezirk Plymouth Sutton.

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