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23.01.2015

12:42 Uhr

Interview mit Hamburger Grünen-Fraktionschef

„Vor uns muss niemand Angst haben“

VonDietmar Neuerer

ExklusivJens Kerstan ist Spitzenkandidat der Hamburger Grünen. Im Interview sagt er, warum Vorbehalte der Wirtschaft gegen seine Partei unbegründet sind und es besser für die Stadt wäre, wenn die AfD nicht ins Parlament käme.

Der Spitzenkandidat der Grünen für die Hamburger Bürgerschaftswahl, Jens Kerstan: Koalition mit SPD? Nicht um jeden Preis! dpa

Der Spitzenkandidat der Grünen für die Hamburger Bürgerschaftswahl, Jens Kerstan: Koalition mit SPD? Nicht um jeden Preis!

Eigentlich kann Jens Kerstan frohes Mutes in die Zukunft blicken. In den jüngsten Umfragen zur Hamburger Bürgerschaftswahl verliert die SPD ihre absolute Mehrheit. Dann käme er und seine Grünen zum Zug. Der Erste Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) hatte schon angekündigt, dass er im Fall der Fälle mit den Grünen koalieren wolle. Doch Spitzenkandidat Kerstan hält das für noch nicht ausgemacht. Nicht, weil die Wirtschaft der Hansestadt damit ein Problem hätte, sondern weil der „selbstgefällige“ Scholz dann zu einem grundsätzlichen Kurswechsel bereit sein müsste.

Herr Kerstan, welche Regierungsfarbe wäre besser für Hamburg: Rot oder Rot-Grün?

Jens Kerstan: Hamburg braucht eindeutig mehr Grün. Die absolute Mehrheit der SPD ist nicht gut für diese Stadt. Die Selbstzufriedenheit der SPD und ihre Innovationsunfähigkeit tun einer Wirtschaftsmetropole wie Hamburg nicht gut. Zukunft und SPD passen nicht zusammen. Deshalb haben wir Grünen eine wichtige Rolle. Wobei wir nicht für eine Regierungskoalition streiten, sondern für grüne Themen.

Derzeit sieht es auch nicht danach aus, dass es für eine absolute Mehrheit der Sozialdemokraten reicht. Gedanklich können Sie sich also schon einmal damit anfreunden, bald mitzuregieren?

Wir haben durchaus den Anspruch zu regieren. Das werden wir aber nicht um jeden Preis machen. Die SPD muss dafür in wichtigen Themenbereichen ihren Kurs ändern.

In welchen?

Das ist zum Beispiel der Bereich Umwelt, Energie, Klima, der unter der SPD praktisch gar nicht mehr stattfindet. Uns ist außerdem wichtig: Eine moderne Verkehrspolitik, die stärker auf Radfahren, zu Fuß gehen und den Ausbau des Schienennetzes setzt. Ferner: Eine Qualitätsoffensive in der Bildung – von der Kita über die Schule bis hin zu den Wissenschaften. Hamburg kann sich einen Studienplatzabbau, wie er von der SPD betrieben wird, nicht mehr leisten. Und zum anderen wollen wir die vielfältige und tolerante Stadt Hamburg stärken. Hier soll jeder eine Chance haben, egal, wo er herkommt, welche Religion er hat oder welchen Lebensstil er pflegt.

Und dafür steht die SPD nicht?

Die SPD hat für diese Themen kein Händchen. Deshalb warten wir ab, ob die SPD zu einem grundlegenden Kurswechsel bereit ist. Wenn das nicht der Fall ist, werden wir für unsere Themen weiter aus der Opposition streiten.

Kommentare (15)

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23.01.2015, 12:59 Uhr

Vor Leuten, wie den Grünen, die nicht arbeiten wollen und können und die noch mehr Chaos schaffen werden, muß man sogar große Angst haben, daß sie auch noch an die Pfründe gelangen. Hamburger, passt gut auf! Wir haben schon viel zu viele Transfergeld-Empfänger, das Ihr erarbeiten müßt. Seit den Grünen geht's abwärts in Hamburg und der BRD.

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23.01.2015, 13:00 Uhr

Die Grünen stehen für eine Marktfeindliche Wirtschaft und Bürgerpolitik!
Mit ihrer wohlstandsschädlichen Energiewende = EEG und dem CO2 Verbot = Energie-Stromeinspardiktat VERNICHTET die Grüne Politik die Basis für unsere Gut bezahlten Industriearbeitsplätze in Deutschland! Und damit wird die Wohlstandsbasis von vielen Bürgern in der Zukunft zu Grunde gemacht. Von billigen Dienstleistungs-/Sklavenjobs kann eine Gesellschaft in Zukunft weder Wohlstand noch Soziale Strukturen aufbauen bzw. halten.

Herr Günther Schemutat

23.01.2015, 13:14 Uhr

Vor uns muss niemand Angst haben..natürlich nicht hier, aber vielleicht in Amerika.

Ansonsten passt seine Aussage gesehen:

Als wenn Nordkoreas Kim aus Krankheutsgrünen zurück tritt und nach einem Jahr zurück kommt und sagt: Vor uns muss keiner Angst haben, wir machen es besser als der Vorgänger.

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