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11.05.2015

15:18 Uhr

Nach Stimmverlusten der SPD

Bremer Bürgermeister Böhrnsen verzichtet auf Amt

Die SPD bleibt in Bremen zwar stärkste Kraft, hat bei der Bürgerschaftswahl aber massiv an Stimmen verloren. Spitzenkandidat Böhrnsen übernahm dafür nun die Verantwortung. Er tritt nicht wieder als Bürgermeister an.

Nach schwachem Wahlergebnis

Bremens Bürgermeister Böhrnsen tritt nicht mehr an

Nach schwachem Wahlergebnis: Bremens Bürgermeister Böhrnsen tritt nicht mehr an

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Berlin/BremenAm Vormittag gab sich die Bremer SPD noch zurückhaltend. Niemand wollte sich eindeutig auf die Fortsetzung von Rot-Grün aussprechen. Selbst wenn die Mehrheit rechnerisch steht – zu schmerzhaft waren die hohen Verluste bei der Bürgerschaftswahl.

Am Montagmittag schließlich übernahm der SPD-Spitzenkandidat und bisherige Bürgermeister von Bremen, Jens Böhrnsen, die Verantwortung für die Stimmverluste seiner Partei: Er teilte mit, dass er nicht wieder als Regierungschef antreten werde. Böhrnsen erklärte, als Spitzenkandidat der SPD übernehme er „selbstverständlich Verantwortung für das enttäuschende Wahlergebnis“.

Porträt Jens Böhrnsen: Der Fast-Bundespräsident von der Weser

Porträt Jens Böhrnsen

Der Fast-Bundespräsident von der Weser

Die Verluste der SPD bei der Bürgerschaftswahl sind herb. Als dienstältester Regierungschef eines Bundeslandes will Jens Böhrnsen den Regierungsauftrag aber erfüllen. An Problemen herrscht im Stadtsaat kein Mangel.

Die SPD hatte nach einer amtlichen Hochrechnung bei der Wahl am Sonntag mit 32,9 Prozent der Stimmen ihr schlechtestes Ergebnis seit 1946 eingefahren. Am Wahlabend selbst war dieser Schritt dennoch nicht absehbar. Zwar sprach Böhrnsen sprach vor den Kameras von einem bitteren Wahlergebnis. Allerdings wolle aber auf jeden Fall Regierungschef bleiben und die rot-grüne Koalition fortsetzen, wenn dies möglich sei. „Ich pflege zu halten, was ich vor der Wahl gesagt habe“, sagte er.

Böhrnsen erklärte weiter, er wolle durch den Schritt dafür sorgen, dass „die SPD durch eine personelle und inhaltliche Neuaufstellung die politischen Weichen für ein besseres Ergebnis bei der nächsten Bürgerschaftswahl 2019 stellen kann“.

SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi lobte den Schritt Böhrnsens. „Diese Entscheidung aus persönlichen Gründen verdient höchsten Respekt“, sagte sie in Berlin. Mit Böhrnsens Rückzug bleibt unklar, welche Parteien in Bremen künftig das Sagen haben werden. Die CDU – wieder zweitstärkste Kraft im Stadtstaat – drängt sich jedenfalls auf und stünde für eine Große Koalition bereit.

Kommentare (16)

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Herr Peter Noack

11.05.2015, 13:52 Uhr

Soll das jetzt Schule machen, dass gewählte Spitzenkandidaten das Amt nicht antreten? Ist das dann nicht Wählertäuschung? Wie hätten sich denn die Wähler an der Urne entschieden, wenn sie gewusst hätten, das der Bürgermeister nach dem Wahlsieg sein Amt nicht antritt?

Herr Ciller Gurcae

11.05.2015, 14:05 Uhr

Das Wahlergebnis dürfte dem Herrn bereits vorher grundsätzlich bekannt gewesen sein. Wollte halt nur möglichst viele Parteigenossen auf seinem Ticket in die Bürgerschaft hieven... So denken Genossen eben: Erst komme ich, dann meine Freunde, dann die Partei und dann nichts mehr.

Herr Kurt Siegel

11.05.2015, 14:09 Uhr

Die SPD ist eben eine Looser-Partei, im Bund wird nur Murx produziert und Bremen ist sowieso jenseits von gut und böse.

In Baden-Württemberg wird die SPD auch zum großen Looser werden und die Macht verlieren, allein die Schulpolitik ist so grotesk, dass es einen schaudert; groß mit Inklusion schwadronieren und dann aber weder Mittel noch Lehrer bereitstellen; Planlosigkeit in Reinkultur.

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