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22.01.2016

14:46 Uhr

House of Cards Star Spacey

Der König von Davos

VonTorsten Riecke

Nicht Draghi, nicht Kerry und auch nicht Jack Ma: Der König des Weltwirtschaftsforums in Davos heißt Kevin Spacey. Der Schauspiel-Star liefert in Davos einen leidenschaftlichen Auftritt ab– und erzählt ein wahres Märchen.

Frank Underwood wäre von Trumps Erfolg im US-Wahlkampf „vermutlich nicht überrascht“, sagt Spacey über seine Paraderolle. Reuters

House of Cards Star Spacey

Frank Underwood wäre von Trumps Erfolg im US-Wahlkampf „vermutlich nicht überrascht“, sagt Spacey über seine Paraderolle.

DavosGlaubt man der  "New York Post", ist er der "König von Davos". Nein, die Rede ich nicht von Klaus Schwab, dem Gründer des Weltwirtschaftsforums. Oder von US-Außenminister John Kerry oder von dem chinesischen Unternehmer Jack Ma (Alibaba). Das New Yorker Boulevardblatt kürte den amerikanischen Schauspieler Kevin Spacey (House of Cards) zur Sensation des Elitegipfels in der schweizer Bergen.

Und Spacey hat den Titel verdient. In kleiner Runde zeigt er in einer Stunde alles, was man so schmerzlich von vielen der in Davos versammelten „mover  & shaker“ vermisst: Leidenschaft, Prinzipien, gesunden Menschenverstand und vor allem – Humor.

„Was würde Frank Underwood zum US-Wahlkampf sagen?“, ist die erste Frage von BBC-Moderator James Harding. „Er wäre vermutlich nicht überrascht“, sagt Spacey mit Blick auf die populistischen Tiraden eines Donald Trump. Dennoch: „Am Ende werden wir es schon richtig machen.“ Da schwingt mehr Hoffnung als Überzeugung mit.

Leidenschaftlicher Auftritt vor kleiner Runde in Davos.

Heimlicher König

Leidenschaftlicher Auftritt vor kleiner Runde in Davos.

Spacey ist ein politischer Schauspieler – wenn es eine solche Spezies geben sollte. Er hat für den früheren US-Senator Ted Kennedy gearbeitet und war bei Bill Clinton im Weißen Haus. „Nein, meine Sicht auf den politischen Betrieb hat sich durch die populäre TV-Serie nicht geändert“, sagt der Amerikaner. Aber nicht nur in der Politik gehe es schmutzig zu. „Überall geht es um Macht.“ Der aus einfachen Verhältnissen stammenden Spacey entschied im Alter von acht Jahren, Schauspieler zu werden.

Sein Schlüsselmoment war eine Begegnung mit dem US-Komiker Jack Lemmon, der ihm riet, nach New York an die Schauspielschule zu gehen. Dort begegneten sich die beiden zwölf Jahre später wieder und spielten zusammen Theater. „Lemmon wurde vom Idol zum Mentor zur Vaterfigur“, erzählt der Schauspieler.

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