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20.01.2016

12:29 Uhr

Weltwirtschaftsforum Davos

Wirtschaft, sei optimistisch!

VonTorsten Riecke

Verunsicherung und Weltuntergangsprognosen sind fehl am Platz. Stattdessen sollte die globale Elite beim Weltwirtschaftsforum zuversichtlich in die Zukunft blicken. Ein Kommentar.

Die Welt ist jedoch weder nach der Finanzkrise 2009 untergegangen noch wird sie das heute tun.

Daumen hoch!

Die Welt ist jedoch weder nach der Finanzkrise 2009 untergegangen noch wird sie das heute tun.

Es gibt eine alte Regel beim Weltwirtschaftsforum: Meistens kommt es anders, als es sich die globale Elite auf ihrem Gipfel in den Schweizer Bergen ausmalt. Das gilt besonders dann, wenn sich viele Manager und Politiker angesichts zahlreicher Krisen in Untergangsprognosen flüchten.

Glaubt man den Umfragen, die zum Auftakt des globalen Brainstormings veröffentlicht wurden, dann steht die Führungselite der Welt heute erneut mit weichen Knien am Abgrund: bedrückt von der wachsenden sozialen Ungleichheit, erschüttert von den Turbulenzen auf den Öl- und Rohstoffmärkten, geschwächt von der wirtschaftlichen Müdigkeit Chinas, verängstigt von den Bürgerkriegen im Nahen Osten und den Flüchtlingsströmen in Europa sowie verunsichert von einer technologischen Revolution, die Arbeitsplätze ebenso hinwegfegt wie Geschäftsmodelle.

Torsten Riecke leitet das Ressort Meinung & Analyse. Er befasst sich vor allem mit Wirtschafts- und Finanzthemen.

Der Autor

Torsten Riecke leitet das Ressort Meinung & Analyse. Er befasst sich vor allem mit Wirtschafts- und Finanzthemen.

Die Welt ist jedoch weder nach der Finanzkrise 2009 untergegangen noch wird sie das heute tun. Im Gegenteil: Trotz aller berechtigten Sorgen ob der weltweiten Unordnung haben wir allen Grund dazu, optimistisch in die Zukunft zu blicken. Und das ist vor allem eben jener „vierten industriellen Revolution“ zu verdanken, die das Hauptthema des Weltwirtschaftsforums ist. So viel Zukunft war selten möglich: ob bei der Bekämpfung von Krankheiten, der produktiveren Organisation unserer Arbeitswelt, dem weltweiten Austausch von Ideen und Informationen – die Digitalisierung bietet ungeahnte Chancen, unser Leben zu verbessern. „Wir müssen den technologischen Wandel annehmen und dürfen uns ihm nicht in den Weg stellen“, sagte der ehemalige Bundesbank-Chef und heutige UBS-Banker Axel Weber zum Auftakt. Klar, die digitale Revolution birgt auch viele Risiken: für unsere Privatsphäre zum Beispiel, für unsere Jobs, die sich verändern oder vielleicht ganz verschwinden. Wandel ist immer anstrengend, weil man sich ständig dem Neuen anpassen muss. Aber diese Anpassungsfähigkeit ist genau der Schlüssel, damit der Umbruch eben nicht nur zur Zerstörung der alten, sondern auch zur Schöpfung einer neuen, besseren Welt führt.

Die globale Elite sollte also möglichst schnell ihre Verzagtheit ablegen und sich an die Arbeit machen. Entscheidend ist nämlich, wie wir die zahlreichen Krisen und den technologischen Wandel managen. Da hilft es nicht, an alten Geschäftsmodellen festzuhalten – weder in der Wirtschaft noch in der Politik. Gefragt sind Unternehmer – und zwar im klassischen Sinne des „Entrepreneurs“. Also Menschen, die etwas unternehmen, kreieren wollen, sei es mit einer neuen Geschäftsidee für die digitale Wirtschaft, sei es als politischer Unternehmer einer sich ebenfalls verändernden Zivilgesellschaft. Weder braucht man dafür ein riesiges Startkapital noch eine riesige Organisation. Den neuen Technologien sei Dank. „Wir wollten fliegende Autos und haben 140 Buchstaben (bei Twitter) bekommen“, hat der Technologieinvestor Peter Thiel einmal über die digitale Revolution gespottet. Nach den Fortschritten mit den fahrerlosen Karossen von Google und anderen Hightech-Firmen sind wir von fliegenden Autos nicht mehr so weit entfernt. Jetzt geht es vor allem darum, unsere anderen Ideen zum Fliegen zu bringen und die Chancen des Wandels zu nutzen. Die Manager und Politiker in Davos sollten dafür beherzt das Signal zum Aufbruch geben.

World Economic Forum Davos 2016
Themen der 16-seitigen Beilage zum Treffen der globalen Elite u.a.:
– Warum Siemens-Chef Joe Kaeser nach Davos fährt
Vorstand Philipp Rösler erklärt, wie das WEF die Mächtigen der Welt zusammenbringt.
– Die Digitalisierung stellt Branche für Branche auf den Kopf. Beispiele aus Industrie und Finanzen.

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Kommentare (11)

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Account gelöscht!

20.01.2016, 13:02 Uhr

In einer von der Politik, NGOs und Medien vordiktierten CO2 FREIEN WELT wird es weder ein Wirtschaft Wachstum geben noch werden sich Investoren finden. Es wird eine Welt sein, die von Staatichen Subventionen mehr schlecht als recht einige Zeit über Wasser gehalten wird bevor dann der Absturtz in den Mangel und Armut vorllzogen wird.
Es ist die Politik, die NGOs und die Medien die mit ihren Gesetzen, Verboten, Bevormundungen, Bürokratie die gesamte wirtschaftlichen Wertschöpfungskette einer CO2 Wirtschaft zum Erliegen bringen. Und damit ist der wirtschaftliche und wohlstandschaffende Abschwung schon vorprogrammiert.
Dauersubventionen täuschen nur eine zeitlang ein Wirtschaftswachstum vor...mit jeden Jahr an Subventionen werden die Subventionsgelder weniger und das angebliche Wirtschaftswachstum verwandelt sich in einen Wirtschaftsabschwung. Dies nennt man eine vom Staat herbeisubventionierte Wirtschaftsblase. Und genau die fängt jetzt langsam an Luft abzulassen....mal schauen ob der große Knall noch folgen wird oder es weiter dahin dümpelt....das angebliche Wirtschaftswachstum dass in Deutschland unter der Energiewende/EEG bzw. der sog. "Grünen Industrie" nichts anders ist als ein Subventionierts Wachstum und somit von anfang an marktfeindlich war.

Lothar dM

20.01.2016, 13:07 Uhr

Man hört zwar viel richtiges aus der CSU, ABER bisher hat sie nicht entsprechend gehandelt, sondern Merkel weiter unterstützt.

Deshalb kann eine Änderung der aktuell völlig inakzeptablen unkontrollierten hin zu einer gesteuerten Zuwanderung mit Identitätsfeststellung nur durch eine starke AfD zustande kommen.

Konservative sollten daher die AfD wählen.

Lothar dM

20.01.2016, 13:23 Uhr

Journalist Riecke sollte seine überheblichen Thesen einmal vor dem Multi-Millionenheer von Arbeitslosen und Minderbemittelten, den Opfern der EUR-Dauer- und Bankster-Rettung in ganz Südeuropa fabulieren. Die sog. Eliten, die sich gerade in der Schweiz zum entspannten Plausch im gepflegten Ambiente treffen, sind soweit weg von der Lebensrealität der meisten Bürger der westlichen Welt, wie die dunkle Seite des Monds von der Sonne. Von der Lebensrealität anderer Regionen in der Welt müssen wir gar nicht reden.

Wir befinden uns in nichts weniger als einer massiven Systemkrise des ungezügelten Turbo-Kapitalismus, betrieben vor allem aus der angelsächsischen Finanzbranche, und das muss ich als überzeugter Anhänger einer (sozialen) Marktwirtschaft sagen.

Das Ganze hat auch nicht mehr mit einer Leistungsgesellschaft zu tun, Oxfam hat in dieser Hinsicht Recht und spricht von einem Macht- und Privilegien getriebenen System, also so ziemlich das Gegenteil von Chancengleichheit und Leistungsorientierung.

Die Globalisierung hat leider vor allem die aggressivsten Systeme zum Zuge kommen lassen, die nur sehr wenigen allg. Wohlstand bescheren und hat die ausbalancierten Systeme wie einst bis in die 1990er vor allem auch in Deutschland als Erfolgsmodell einer starken Mittelschicht, deutlich zurückgedrängt.

Man muss daher leider eher pessimistisch sein, nicht hoffnungslos, aber man darf von den aktuellen Eliten nicht mehr viel erwarten.

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