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17.01.2017

17:02 Uhr

++ Live-Blog Davos ++

HSBC-Chef warnt vor hartem Brexit

Während Donald Trump in den USA seine Politik vorantreibt, wirbt Chinas Staatschef Xi Jinping für Freihandel. Der von Großbritanniens Premierministerin May angekündigte „harte Brexit“ ist ebenfalls viel diskutiert.

Douglas Flint warnte, dass die Wirtschaftskraft Europas unter einem „harten Brexit“ leiden wird. AFP; Files; Francois Guillot

HSBC-Chef warnt vor hartem Brexit

Douglas Flint warnte, dass die Wirtschaftskraft Europas unter einem „harten Brexit“ leiden wird.

Mit einer Rede eröffnete der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping am Dienstag die 47. Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos. Bis zum Freitag diskutieren etwa 3000 Spitzenpolitiker, Wirtschaftsbosse und Wissenschaftler in dem Schweizer Wintersportort über Antworten auf politische, soziale und wirtschaftliche Probleme. Der erste Tag im Newsblog.

+++ Syngenta schließt Verkauf von Generika-Firma Adama aus +++

Syngenta rechnet auch ohne einen großen Bereichsverkauf mit grünem Licht der Wettbewerbsbehörden für die Übernahme durch den chinesischen Staatskonzern ChemChina. „Adama wird nicht verkauft", sagte Fyrwald mit Blick auf die Generika-Tochter von ChemChina.

„Es wird sowohl in den USA als auch in der EU Zugeständnisse geben, aber ich kann keine Einzelheiten nennen“, sagte Fyrwald. Am Markt war spekuliert worden, dass die EU ChemChina zwingen könnte, die israelische Adama abzustoßen. Die EU-Kartellwärter kündigten Ende Oktober an, den bislang größten Auslandszukauf eines chinesischen Unternehmens genauer unter die Lupe zu nehmen. Kürzlich verlängerte die Behörde die Prüffrist für die 43-Milliarden-Dollar-Transaktion erneut bis zum 12. April. „Er sei sehr zuversichtlich, dass wir zu dem Zeitpunkt in den USA und der EU genügend Fortschritte gemacht haben, um voranzugehen“, sagte Fyrwald.

+++ HSBC-Chef warnt vor hartem Brexit +++

Douglas Flint warnte, dass die Wirtschaftskraft Europas unter einem „harten Brexit“ leiden wird. Die nächsten zwei Jahre würde sie dann, anstatt wie geplant weiter zu wachsen, eher fallen. Außerdem sei eine Aufsplittung der geplanten Wirtschaftskraft des Finanzstandorts London auf Städte wie New York, Singapur und andere Städte gegen die Bemühungen gehen, die Risiken der Finanzbranche zu minimieren. Bis jetzt habe London die Marktturbulenzen gut aufgegangen. „Nur wenige Finanzsysteme auf der Welt hätten ein solches Ereignis mit so starken Kursausschlägen überstanden, ohne zusammenbrechen“.

+++„Krieg ist das Ergebnis gescheiterter Diplomatie“ +++

Der noch amtierende US-Außenminister spricht über Diplomatie in Zeiten von IS, Terror und Krieg.

+++ Credit Suisse beruhigt Anleger +++

Trotz weiterer Kürzungen schaut Credit Suisse CEO Tidjane Thiam positiv auf das kommende Jahr. „2017 wird auf jeden Fall besser als 2016“, sagte Thiam. Da musste die Bank insgesamt 6000 Stellen streichen. Schlagzeilen machten die Schweizer erst wieder vor wenigen Wochen, nachdem sie einen milliardenschweren Vergleich mit den US-Behörden geschlossen hatten. Wegen Vorwürfen im Zusammenhang mit faulen Hypothekenpapieren mussten sie insgesamt 5,28 Milliarden Dollar (5,06 Milliarden Euro) zahlen.

+++ „Phänomenale Beziehungen zu China“ +++

Die neue US-Administration wolle „phänomenale Beziehungen“ zu China pflegen, sagte Scaramucci. „Aber wenn sie an die Globalisierung glauben, dann sollten sie uns die Hand ausstrecken und symmetrische Vereinbarungen zulassen.“ Kurz zuvor hatte Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping in Davos in einer Grundsatzrede vor Protektionismus und Abschottung gewarnt.

+++ Trump-Berater: „Faire Handelsabkommen“ +++

Nach scharfer Kritik an den Wirtschaftsplänen des künftigen US-Präsidenten Donald Trump hat ein Berater des Politikers für faire Handelsabkommen geworben. „Wir wollen keine Handelskriege“, sagte der frühere Hedgefonds-Manager Anthony Scaramucci am Dienstag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. „Alles, worum wir bitten, ist, mehr Gleichheit in diese Handelsvereinbarungen zu bringen.“

Die „asymmetrischen Verträge“ der vergangenen Jahrzehnte hätten der Produktion in den USA schwer zu schaffen gemacht und große Teile der Arbeiterklasse in die Armut gestürzt. Trump hatte angekündigt, gleich nach seiner Amtsübernahme internationale Freihandelsabkommen zu kündigen. Das hatte zu scharfer Kritik auch in China geführt.

+++ Ausblick für die Vereinigten Staaten +++

Der ehemalige Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) gab im Gespräch mit Anthony Scaramucci, Berater des baldigen US-Präsidenten Donald Trump, Ausblick über Prioritäten, Veränderungen und Möglichkeiten der zukünftigen Regierung.

+++ „Hören Sie den Leuten zu“ +++

„Gehen Sie in die Prärieländer der Vereinigten Staaten oder vielleicht an Orte in Großbritannien oder Orte in Europa. Sie kennen die Orte. Hören Sie den Leuten zu. Wir müssen als kollektive Gruppe die richtigen politischen Entscheidungen finden“, sagte Scaramucci. Er betonte, dass die reichsten drei Prozent der Bevölkerung von den Konjunkturmaßnahmen nach der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise profitiert hätten und wieder dort seien, wo sie 2007 waren. Der Rest schlage sich irgendwie durch.

+++ Trump-Berater: Eliten müssen Komfortzone verlassen +++

Der US-Finanzier Anthony Scaramucci hat politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträgern vorgeworfen, den Kontakt zu den einfachen Leuten verloren zu haben. Die globalen Eliten müssten ihre Komfortzone verlassen und den Leuten zuhören, wenn sie das Brexit-Votum oder den Wahlsieg von Donald Trump in den USA verstehen wollten, sagte Scaramucci am Dienstag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Er ist Teil von Trumps Übergangsteam, das dessen Amtsantritt vorbereitet.

+++ China warnt vor Folgen eines Handelskrieges +++

Angesichts protektionistischer Töne des künftigen US-Präsidenten Donald Trump hat China vor den Folgen eines Handelskriegs gewarnt. Niemand werde aus einer solchen Konfrontation als Sieger hervorgehen, sagte Staatschef Xi Jinping in Davos. Protektionismus sei, als ob man sich in eine „dunkle Kammer“ einschließe, in den kein Außenlicht dringe. Man dürfe die Globalisierung nicht abschreiben. Es gehe vielmehr darum, ihre Folgen abzufedern, erklärte Xi beim ersten Auftritt eines chinesischen Staatschefs auf der Konferenz der Finanzelite in dem Schweizer Bergort.

+++ Absage an Protektionismus +++

„Wir sind eine Schicksalsgemeinschaft“, sagte Xi. Alle Länder seien voneinander abhängig. Xi betonte: „Die dringendste Aufgabe ist es, die Weltwirtschaft aus schwierigem Fahrwasser herauszuführen.“

+++ Plädoyer für Globalisierung +++

Chinas Regierungschef Xi Jinping appelliert an die Staatschefs, nicht die Globalisierung für die Probleme auf der Welt verantwortlich zu machen. „Was uns Sorge bereiten sollte ist, dass wir den Problemen ohne Lösung gegenüberstehen.“ Man solle die Globalisierung eher als Chance sehen.


+++ John Cryan: Finanzkonzerne waren zu komplex +++

Ihre Komplexität und nicht die schiere Größe ist den Finanzkonzernen nach Ansicht von Deutsche-Bank-Chef John Cryan in der letzten Finanzkrise zum Verhängnis geworden. „Es geht nicht um Größe“, sagte Cryan am Dienstag beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Dies sei kein Problem bei einem einfachen Kredit- und Spargeschäft. Das Problem sei die Ausweitung auf viele Märkte, Produkte und Kundengruppen gewesen. „Und wir haben uns nicht immer so selbst kontrolliert, wie wir es hätten tun sollen“, räumte er ein. „Es war der Zeitgeist: Der Fokus lag auf Wachstum, auf dem Gewinnen von Marktanteilen, auf grenzüberschreitenden Fusionen, die zwar nicht mehr Wert geschaffen haben, jedoch mehr Komplexität.“

+++ „Zu kompliziert, um sie zu managen“ +++

Während der Finanzkrise ab dem Jahr 2008 mussten sich viele namhafte Banken den Vorwurf „too big to fail“ gefallen lassen – also zu groß zu sein, als dass der Steuerzahler sie untergehen lassen könnte. „Ich denke, eine bessere Formulierung war immer: zu kompliziert, um sie zu managen“, sagte Cryan auf einem Podium zur Zukunft der Finanzwirtschaft. Es habe häufig am „gesunden Menschenverstand“ bei der Abschätzung von Risiken gefehlt. Heute seien Banken dagegen besser geführt. „Wir fragen uns, was falsch laufen könnte.“

Kommentare (17)

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Herr Michael Müller

17.01.2017, 09:46 Uhr

Warum bleibt unsere Kanzlerin fern?

Kann es sein, dass sie genau weiß, dass sie dort kein Lob bekommt?

Würde sie statt dessen berechtigkte Kritik an Ihren eigenmächtigen Entscheidungen über bestehende Gesetze hinweg erwarten? Vermutlich ja, da die Teilnehmer in Davos keine "Speichellecker" und "Opportunisten" sind, sondern Fachleute mit gesundem Menschverstand, die ihre Meinung frei äußern können und auch dürfen. War Erich Honecker bei solchen Foren der freien Welt anzutreffen?

Account gelöscht!

17.01.2017, 09:55 Uhr

Wenn eine Währung von Anleihenkäufen nur noch am Leben gehalten werden kann, dann ist diese Währung nicht das Papier mehr wert, auf dem es gedruckt wird.
Der Euro ist somit schon längst Tod und wird nur noch künstlich (Anleihenkäufe) am Leben gehalten. Aber auch die Anleihenkäufe werden nicht mehr ausreichen. Spätestens Ende 2017 wird der Euro nicht mehr zu halten sein.
Die Deutsche und damit die EU Wirtschaft wird 2017 durch Trump und May einen Einbruch erleben. Die Russland Sanktion werden ihr übriges zum EU-Deutschen Wirtschaftseinbruch dazu geben.
Italien, Griechenland, Spanien und jetzt auch Frankreich ziehen immer mehr Schulden nach sich...Schulden die eine einbrechende Deutsche Wirtschaft in diesen jahr nicht mehr auffangen kann. Hinzu kommt die Belastung (Geld und Terror) druch die illegale Einwanderungspoltiik der Merkel.
Keine guten Aussichten für den EURO, EU und Deutschland.

Herr Moritz J. Mueller

17.01.2017, 10:54 Uhr

Herr Mark Hoffmann; kann Ihnen in den Grundzügen schon recht geben. Nur vertun Sie sich nicht was den langen Atem der EZB und des Finanzwesens angeht. Solange das frisch gedruckte Geld nur weiter die Bilanzen der Verpflichtungen (Schulden) auf der einen Seite und der Forderungen (Pensionsfonds, Spareinlagen, Verbindlichkeiten der Zentralbanken gegenüber etc.) auf der anderen, aufbläht, wird dies keinen direkten Einfluss auf den Euro haben. Erst wenn das Geld der Forderungen (das der Sparer z.B.) auf den Konsumentenmarkt fliesst kommt es zur anfänglichen starken Inflation und späteren Hyperinflation. Und somit zum Kollaps der Währung. Kurios ist dabei dass, wie schon immer auch in Vorzeiten, der Bürger davon aus geht dass sein Erspartes oder seine eingezahlte Pension sicher irgendwo liegen. Als ob die Bankenwelt das vom Sparer zur Bank getragenen Geld in ein Tresor legt, darauf (wenn gegenwärtig auch minimal) Zinsen zahlt, und es nicht anrührt. Dem ist nicht so. Selbiges Geld wird sofort in den (inzwischen maroden) Finanzkreislauf gepumpt. Und wenn man sich die morschen Kredite, also von den Banken verliehenes Geld was man abschreiben kann, in den Büchern der Selbigen (in Italien alleine über 360 Milliarden Euro, Schiffskredite etc. etc.) ansieht, sollte einem jeden klar sein dass sein sicher geglaubtes (Spar) Geld schon lange nicht mehr vorhanden ist. Schon Henry Ford 1 stellte einmal fest: „Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh“. Sollte es nun zu einem Massenrun der Sparer auf die Banken kommen wird auch hier die EZB einspringen um den Verpflichtungen der Banken den Sparern gegenüber, nach zu kommen. Dann explodiert die Bombe und es bedarf wohl nur noch 1% der (noch virtuellen)Geldmenge um die Hyperinflation auszulösen.

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