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08.04.2014

04:49 Uhr

Amnesty Inernational

„Exzessive“ Gewalt gegen Roma in der EU angeprangert

Experten stellen der EU und Deutschland schlechte Zeugnisse bei der Integration der größten ethnischen Minderheit Europas auf. Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth wirft der Bundesregierung Untätigkeit vor.

Im Westen Rumäniens: Die lokale Regierung sieht Roma als illegale Besetzer an. dpa

Im Westen Rumäniens: Die lokale Regierung sieht Roma als illegale Besetzer an.

BerlinRoma werden nach einem Bericht von Amnesty International vielerorts in der Europäischen Union (EU) von der Polizei nicht ausreichend geschützt oder sogar Opfer von Polizeigewalt. Etwa in Griechenland, Tschechien oder in Frankreich greife die Polizei bei Angriffen auf Roma vielfach nicht ein oder ermittle nicht ernsthaft gegen die Täter. In Griechenland und anderen Ländern gingen Polizisten selbst „mit exzessiver und rassistischer Gewalt“ gegen Roma vor, teilte die Menschenrechtsorganisation am Dienstag zum Internationalen Roma-Tag (8. April) in Berlin mit.

„Es ist völlig inakzeptabel, dass an manchen Orten in Europa Roma in ständiger Angst vor gewalttätigen Ausschreitungen oder Anschlägen leben müssen“, sagte die Generalsekretärin von Amnesty in Deutschland, Selmin Caliskan. Laut Bericht forscht die Polizei bei Angriffen auf Roma häufig nicht nach einem rassistischen Hintergrund – die Täter kommen ohne Strafe davon.

Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Strässer, sagte, die Lage der Sinti und Roma gebe „auch heute noch Anlass zu großer Sorge“. Die Folgen gesellschaftlicher und sozialer Ausgrenzung seien dramatisch, sie führe „zu verminderten Chancen auf einen gleichberechtigten Zugang zu Bildung, Arbeit, medizinischer Versorgung und Wohnraum“.

Roth: Hausaufgaben nicht gemacht

Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth hat konkrete Verbesserungen für die Minderheit in Deutschland angemahnt. „Leider müssen wir feststellen, dass auch Deutschland seine Hausaufgaben zur Teilhabe der Sinti und Roma längst noch nicht gemacht hat“, sagte die Grünen-Politikerin der Nachrichtenagentur dpa in Berlin.

Roth erinnerte an die von der Europäischen Union geforderte nationale Roma-Strategie. Ein vorgelegtes „Maßnahmenbündel“ der Bundesregierung nehme die Diskriminierung und Situation der Sinti und Roma aber kaum in den Blick. Symbolische Gesten und Reden über Ausgrenzung reichten nicht.

Der Tag der Roma erinnert an den internationalen Roma-Kongress in London am 8. April 1971. Dort wurde die Romani Union als erste weltweite Organisation der Volksgruppe gegründet. Mit zehn bis zwölf Millionen Menschen sind die Roma Europas größte ethnische Minderheit. Allein in den EU-Ländern Slowakei, Ungarn, Rumänien und Bulgarien leben zusammen rund vier Millionen.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

08.04.2014, 07:30 Uhr

Lieber Handelsblatt, machen Sie sich BITTE BITTE die Arbeit und untersuchen Sie die Kriminalstatistik der Romas in der Ost EU, bevor Sie von unschuldigen Romas schreiben!!!!!

Account gelöscht!

09.04.2014, 09:05 Uhr

Warum untersucht man nicht die Gründe, die für die Vorurteile sorgen! Sind es diese Gruppe vielleich selbst? Im Fernsehen gab es einmal einen Bericht über kriminelle Roma und Sinti. In Brandenburg verbot man dem Bericht zu Folge gegen diese Leute vor zu gehen. Rassenhass, Diskriminierung und Ausländerhass waren die Gründe, das die Polizei nicht dagegen vor gehen durfte.

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