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02.03.2012

21:32 Uhr

Legehennenhaltung

Aigner lehnt Ländervorschlag ab

Im Streit um das Verbot von Hühnerhaltung in Kleingruppen-Käfigen hat Bundeslandwirtschaftsministerin dem Kompromissvorschlag des Bundesrates eine Absage erteilt. Die Länder fordern ein Inkrafttreten bereits ab 2023.

Ilse Aigner lehnte jetzt den Kompromissvorschlag der Länderkammer ab und will weiter am Bestandsschutz bis 2025 festhalten. dapd

Ilse Aigner lehnte jetzt den Kompromissvorschlag der Länderkammer ab und will weiter am Bestandsschutz bis 2025 festhalten.

BerlinBund und Länder streiten weiter über die Haltung von Legehennen in Großkäfigen: Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) lehnte am Freitag einen Kompromissvorschlag des Bundesrats ab. Die Länder wollten die Haltung von bis zu 60 Hühnern in sogenannten Kleingruppen-Käfigen spätestens 2023 untersagen. Das Ministerium besteht aber auf Bestandsschutz für bereits errichtete Anlagen und will die Übergangsfrist frühestens 2025 enden lassen.

Ursprünglich wollte Aigner die Kleingruppen-Käfige sogar bis 2035 in Deutschland zulassen. Mit ihrer Verordnung war sie aber im vergangenen September am Widerspruch des Bundesrats gescheitert.

„Im Ziel sind wir uns mit den Ländern völlig einig“, heißt es in einer Stellungnahme aus Aigners Ministerium. „Die Haltungsformen der Zukunft sind die Boden-, Freiland- und Biohaltung.“ In den bereits seit 1999 in Deutschland verbotenen Legebatterien stand jedem Huhn 550 Quadratzentimeter und damit weniger als die Fläche eines DIN-A-4-Blattes (624 Quadratzentimeter) zu. In der Kleingruppenhaltung teilen sich 20 bis 60 Hühner einen Käfig, wobei jede Henne mindestens 800 Quadratzentimeter Fläche haben soll. Die Käfige müssen außerdem Einstreufläche, Sitzstangen und Nest haben.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium nannte es „sehr schade, dass die Länder nicht in der Lage waren, einen verfassungskonformen Vorschlag zu beschließen“. Trotzdem sei die Bundesregierung weiterhin bereit, mit ihnen über eine Lösung mit ausreichendem Bestandsschutz zu sprechen.

Von

dapd

Kommentare (8)

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DerVerbraucherLegtDieEierSelbst

02.03.2012, 22:13 Uhr

„sehr schade, dass die Länder nicht in der Lage waren, einen verfassungskonformen Vorschlag zu beschließen“

Ob solch intelligenter Arbeitsführung von Bund und Ländern, sind die Verbraucher wiederum die Gelackmeierten und die Hühnerbarone die "erhofften" Gewinner.

Eindeutige Verlierer sind jedoch kleine und mittlere Betriebe, die es so bald nicht mehr geben wird. Daran sollten Verbraucher stes denken, falls sie es tun, Chapeau.

bjarki

03.03.2012, 03:07 Uhr

Es ist eine Unverschämtheit dafür zu plädieren, dass Hühner in "Kleingruppen" nur deswegen nicht zu Tode gequält werden, weil sie vorher geschlachtet werden. Vielleicht kann man Ilse Aigner, die Dame vom Gäuboden wenigstens einmal übers Wochenende in eine "Kleingruppe" beordern, damit diese Verachtung des Lebens eines Tieres endlich aufhört, wenn man es am eigenen Leibe erfährt. Aufgehts zur Wiesn mit Ilse Aigner und zum Essen gibt es gequälte Hendl mit oaner Mass Bier aus dem Freistaat ( Freiheit die die Aigner meint)

svebes

03.03.2012, 08:21 Uhr

Quer durch die Bänke unserer Politiker, alles Lobbyistenpack. Gesundheit, Verbraucher, Tiere = scheissegal. Hauptsache es klingelt nochmals in der Tasche, denn grosszügigste Pensionen, Zuschüsse und Gehälter werde ja schon von uns Steuerzahlern gezahlt um zum Wohle des Volkes zu entscheiden. In Brüssel kommen auf einen "Politiker" bis 35 Lobbyisten. Klar sind da alle unbeeinflussbar.

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