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01.05.2012

18:33 Uhr

1. Mai-Demonstrationen

Demonstrationen gegen Rechts zeigen Wirkung

Zivilcourage gegen Rechts: In vielen deutschen Städten haben sich Bürger am 1. Mai NPD-Aufmärschen entgegengestellt. In Wittstock zwangen Gegendemonstranten die Neonazis zum Umdrehen. In Hof ging auch der Bundesinnenminister auf die Straße.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich demonstriert in Hof mit Vertretern von Kirche und Politik gegen Rechtsextremismus. dpa

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich demonstriert in Hof mit Vertretern von Kirche und Politik gegen Rechtsextremismus.

Neumünster/HofTausende Menschen haben am Dienstag in mehreren deutschen Städten gegen Aufzüge der rechtsextremen NPD demonstriert. Dabei blieb es weitgehend friedlich. In Neumünster in Schleswig-Holstein nahm die Polizei rund 100 Teilnehmer eines Neonazi-Aufmarsches in Gewahrsam, als diese eine nicht angemeldete Route einschlugen. Im bayerischen Hof ging auch Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremen auf die Straße. Mit zwei Sitzblockaden hielten Demonstranten in Neubrandenburg einen NPD-Aufmarsch auf. Er musste auf eine andere Strecke umgeleitet werden.

Bundesinnenminister Friedrich ging an der Spitze eines Protestzugs von rund 4000 Menschen durch Hof, seinen Bundestagswahlkreis. Dort hatten sich rund 400 Rechtsextreme angekündigt. Bei der Kundgebung unter dem Motto „Hof ist bunt und nicht braun“ sagte der CSU-Politiker: „Die Demokratie in Deutschland lebt und wir werden sie uns nicht von Extremisten und Rassisten zerstören lassen.“ Friedrich dankte den Bürgern, dass sie ein Zeichen setzten: „Die Sprachlosigkeit der Demokraten ist der größte Feind der Demokratie.“

Bei der Neonazi-Aktion in Neumünster entrollten Rechtsextreme Transparente, was für die Polizei einen Verstoß gegen die behördlichen Auflagen darstellte. Sie löste den Marsch daraufhin auf und verlangte von den Teilnehmern, zum Bahnhof zurückzukehren. Als diese darauf bestanden, noch eine Kundgebung abzuhalten, nahmen die Beamten sie in Gewahrsam, um die Personalien festzustellen. Unter den Rechtsextremisten war auch der NPD-Fraktionsvorsitzende von Mecklenburg-Vorpommern, Udo Pastörs. Im Stadtgebiet demonstrierten rund 2000 Menschen gegen die NPD.

Der stellvertretende NPD-Vorsitzende Udo Pastörs wird von Polizisten nach einer Kundgebung in Neumünster zu einem Polizeifahrzeug begleitet. dpa

Der stellvertretende NPD-Vorsitzende Udo Pastörs wird von Polizisten nach einer Kundgebung in Neumünster zu einem Polizeifahrzeug begleitet.

Im mecklenburgischen Neubrandenburg protestierten rund 400 Menschen gegen die Kundgebung von etwa 300 Rechtsextremisten. „Diese Stadt hat Nazis satt“, war auf einem Transparent zu lesen. Der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Erwin Sellering (SPD), sagte auf der Gewerkschaftskundgebung: „Wir lassen den Tag der Arbeit nicht von den Nazis vereinnahmen.“ Im brandenburgischen Wittstock stoppten mehrere hundert Menschen mit einer spontan angemeldeten Demonstration einen Neonazi-Aufzug. Sie versammelten sich an einem Bahnübergang und blockierten damit den Zug der Rechten. Die mehr als 100 Neonazis brachen ihren Aufzug frühzeitig ab. In Bautzen in Sachsen gingen hunderte Menschen gegen einen Aufmarsch der NPD mit etwa 250 Teilnehmern auf die Straße.

Kommentare (4)

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AlexanderBerg

01.05.2012, 20:27 Uhr

Wer sich mit den Gleichschaltungsgesetzen beschäftigt, wird erkennen, dass er selbst ungewollt und ungewusst einer nationalsozialistischen Organisation anhört. Denn er wird in der Bundesrepublik Deutschland nach den Gesetzen von 1934 eingebürgert und mit den Artikel 116 GG erhält er die "Staatsangehörigkeit: Deutsch", auch "deutsche Staatsangehörigkeit" genannt(beides Terminologien der Nazis). Diese Staatsangehörigkeit ist gleichgeschaltet mit der "Reichangehörigkeit", die wiederum den Status "heimatlos, unmündig und rechtlos" bedeutet. An dieser Stelle ist jetzt jeder nach Artikel 139 GG aufgerufen sich zu "entnazifizieren". Dies geht nur über den Artikel 146 GG.

AlexanderBerg

01.05.2012, 20:28 Uhr

Ich habe das BKA darüber bereits infomriert.

Auenland

01.05.2012, 21:47 Uhr

Heuchelei ist der Tribut den das Laster an die Tugend zahlt.

Da nur noch internationalistische Parteien und Bewegungen in der BRD-GmbH geduldet werden, und die Indoktrination sogar schon bei Kleinkindern beginnt, erfüllt die BRD die Eigentschaften eines TOTALITÄREN REGIMES.

Eines Regimes, das Völkermord am deutschen Volk als Fortschritt und Kritik an diesem Völkermord als Verbrechen darstellt.

Ist dem Schmierfinken des Artikels eigentlich bewußt, daß hier Menschen, die einer legalen, politischen Partei angehören, ihrer Menschenrechte beraubt werden?

Besonders ekelhaft wird es ja, wenn die Presse, die als 4. Macht in einer Demokratie eigentlich das Korrektiv bei totalitären Entwicklungen darstellen müßte, sogar Beifall klatscht, wenn Regierende, die exekutive Gewalt, einer Menschengruppe ihre Grundrechte auf Versammlungsfreiheit nimmt! Noch dazu, wenn diese Gruppe so etwas Ungeheuerliches will, daß Deutschland das Land der Deutschen bleiben möge.
Das geht ja gar nicht!

Ein totalitäres System eben, das die Deutschen zu Fremden im eigenen Land macht und jede Opposition dagegen kriminalisiert.

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