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19.08.2011

15:55 Uhr

100 Tage Grün-Rot in Baden-Württemberg

Kretschmann-Festspiele - im Ländle, Berlin und Japan

VonBarbara Gillmann

Der neue baden-württembergische Ministerpräsident zieht in Berlin eine erste Zwischenbilanz seiner Regierungszeit. Mit dabei ist die Berliner Wahlkämpferin Renate Künast, die von seinem Glanz profitieren will.

Die Grüne Spitzenkandidatin für die  Berliner Abgeordnetenhauswahl Renate Kuenast und der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Quelle: Reuters

Die Grüne Spitzenkandidatin für die Berliner Abgeordnetenhauswahl Renate Kuenast und der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

Berlin"Ja Grüssgott", sagt er leise und macht eine Pause. "Ich bin sehr angetan, dass sie hier einen Provinzpolitiker empfangen". Pause. "Das gefällt mir als in der Wolle gefärbter Föderalist gut". Winfried Kretschmann ist in Berlin um nach 100 Tagen grüner Regentschaft in Baden-Württemberg auch den Hauptstadtjournalisten Rede und Antwort zu stehen. Mit seinem gekonnt bescheiden Entree hat er sie emotional schon eingefangen.

Drei Monate ist der erste grüne Landesvater im Amt, von Entzauberung keine Spur. Trotz unerbittlichem Gezerre um den Stuttgarter Bahnhof, der alle anderen Themen der Landespolitik überlagert: Es ist die Zeit der "Kretschmann-Festspiele", wie die Grünen schmunzelnd selbst sagen. Da darf auch die Berliner Bühne nicht fehlen.

Am Tag zuvor hat eine Umfrage der Stuttgarter Zeitung Erstaunliches an den Tag gebracht: Schon bei der Wahl im März galten die 24 Prozent für Kretschmanns Grüne als Sensation. Nun würden gar 29 Prozent der Baden-Württemberger grün wählen. Kretschmann selbst kommt auf Werte von mehr als 62 Prozent, also ungefähr das, was früher einmal bayrische CSU-Monarchen einfuhren.

Dann ist da noch Herr Taichiro Katimura: Auch der zierliche japanische Journalist hat eine frohe Botschaft für den Stuttgarter: "Sie sind heute nach Frau Merkel der bekannteste deutsche Politiker in Japan" berichtet er. Kretschmann lächelt und genießt.

Dann erzählt der Hoffnungsträger der Grünen ruhig und bedächtig, dass er den Stress mit der SPD wegen Stuttgart 21 gut bis zur Volksabstimmung im November aushalten kann. Wenn SPD-Chef Sigmar Gabriel meine, das Gezerre um den Bahnhof grenze mittlerweile an Belästigung der Öffentlichkeit, dann tue ihm das leid, "dann hängt`s ihm halt noch eine Weile zum Hals raus". Vielleicht habe Gabriel ja auch wichtigere Probleme, ätzt er freundlich.

Klar würde ein MP Kretschmann eine CD mit Steuersünder-Dateien kaufen - anders als sein Vorgänger Mappus. Denn das sei ja schon "eine schräge Nummer gewesen, sie selbst nicht zu kaufen, aber drauf zu hoffen, dass jemand anderer - noch dazu von der selben Partei - sie kauft, und dann zu profitieren".

Kommentare (2)

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Hans_Dieter

20.08.2011, 00:09 Uhr

Schade, dass es erst eine nationale Katastrophe im Ausland braucht, um die Menschen in diesem Land wachzurütteln. Leider hat es ja nicht überall geklappt. Aber nur noch eine Frage der Zeit, bis sich diese archaischen Betonköpfe in Schwarz-Gelber Farbe auflösen und an ihren lächerlich überholten Wachstumsideen festhalten. Deutschland braucht eine grüne Revolution!

horseman

06.05.2012, 08:37 Uhr

Kretschmann, ehemaliger Ver käufer der kommunistischen Volkszeitung, ehem. Mitglied der radikalsten und reichen Polit-Sekte KBW.Auf mich wirkt er wie ein tollpatschiger Clown, der gut in eine Unterhaltungs-Show oder ins RTL Dschungel-Camp paßt-"Ich bin ein Star, holt mich hier raus" Aber dieser Mann als MP. Melonen-Partei: Außen grün, innen rot. Jagt sie zum Teufel.

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