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25.04.2015

17:37 Uhr

15.000 bei Demo gegen die Klimaabgabe

Alle gegen Gabriel

VonDana Heide

15.000 Arbeiter demonstrieren gegen den Klimaabgabe-Vorschlag von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Darunter sind auch Menschen mit SPD-Parteibuch. Der Unmut richtet sich vor allem gegen den Parteichef selbst.

Tausende demonstrieren in Berlin gegen seine Klimaabgabe. Reuters

Gegenwind für Gabriel

Tausende demonstrieren in Berlin gegen seine Klimaabgabe.

Berlin300 Busse, 15.000 Demonstranten, und sogar RWE-Chef Peter Terium marschieren an diesem schwülen Tag in Berlin gegen die von der Regierung geplante Kohleabgabe. Schon am Samstag um 13 Uhr füllt sich der Platz neben dem Bundeswirtschaftsministerium. Und es kommen immer mehr.

„Kumpel, knips uns nicht das Licht aus“, steht auf einem Plakat mit dem Bild von Bundeswirtschaftsminister und SPD-Parteichef Sigmar Gabriel in Kohlekluft und mit Grubenlampe in der Hand. Auf einem anderen ist er als Marionette seines grünen Staatssekretärs Rainer Baake dargestellt: „Der Baake lässt den Gabriel Jobs killen“, wird darauf skandiert.

Auch RWE-Chef Peter Terium (hier ganz rechts, mit grauem Sakko) marschiert mit – und legt beim Plakat-Tragen sogar selbst Hand an. Dana Heide

Unternehmensbosse auf der Straße

Auch RWE-Chef Peter Terium (hier ganz rechts, mit grauem Sakko) marschiert mit – und legt beim Plakat-Tragen sogar selbst Hand an.

Bei der Demonstration, die vom Wirtschaftsministerium bis zum Kanzleramt zieht, sind auch junge Menschen um die 20 Jahre dabei. Die meisten aber sind Männer um die 50 mit dicken Bäuchen und bunten T-Shirts.

Ihre Frauen haben sie mitgenommen, vereinzelt sind sogar Kinder mit dabei. Es sind Menschen, die sich noch mit „Glück auf“ grüßen und die stolz darauf sind, dass ihr Berufsstand ein eigenes Lied hat. Manche sind schon um drei Uhr morgens von zuhause losgefahren, um dabei zu sein.

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Michael Vassiliadis, Chef der Gewerkschaft IG Bergbau, Chemie, Energie, spricht im Interview über die geplante Kohleabgabe, die Mobilmachung gegen SPD-Chef Gabriel und die Rolle von dessen Staatssekretär Baake.

Die Menschen, die hier demonstrieren, haben Angst um ihre Arbeitsplätze. Sie haben Angst, dass das wahr wird, was die Gewerkschaften und Organisatoren dieses Protestmarsches IG BCE und Verdi behaupten: Dass mit der geplanten Kohleabgabe von Wirtschaftsminister Gabriel 100.000 Jobs in Deutschland verloren gehen – und das ihrer darunter sein könnte.

Gabriel will die Abgabe von älteren Kohlekraftwerken verlangen, wenn sie einen bestimmten Grenzwert beim CO2-Ausstoß überschreiten. Ziel ist es, den CO2-Ausstoß in Deutschland zu senken und die langfristigen Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen.

Kommentare (2)

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Frau Tatjana Jungbluth

27.04.2015, 15:05 Uhr

Liebes Handelsblatt-Team,

zunächst möchte ich mich für Ihren umfassenden Bericht über die Demonstration in Berlin gegen die Klimaabgabe bedanken.
Dieser politische Vorschlag seitens Herrn Gabriel betrifft nämlich nicht allein die 15000 Menschen, welche am Samstag ihre Zeit und Kraft geopfert haben um für ihre Arbeit zu kämpfen, sondern auch die Allgemeinheit.
Jedoch muss ich dem Zitat „Die meisten aber [die bei der Demonstration anwesend waren] sind Männer um die 50 mit dicken Bäuchen und bunten T-Shirts“ widersprechen.
Ich, als Auszubildende des RWE, stehe selbst mit vielen jungen Menschen in Kontakt, die ebenfalls an der Demonstration teilnahmen- und diese Anzahl war ziemlich beträchtlich! Uns ist schließlich die berufliche und die allgemein wirtschaftliche Zukunft genauso wichtig wie allen anderen.
Zudem gab es auch genügend Frauen, die mit ihren Familien in Berlin gemeinsam zum Bundeswirtschaftsministerium liefen um zu demonstrieren.
Demnach ist meiner Meinung nach Ihre Aussage „Männer um die 50 mit dicken Bäuchen“ definitiv zu allgemein verfasst.
Jede/r, ob Mann oder Frau, ob jung oder alt ist sich der momentanen kritischen Lage bewusst. Aus diesem Grund drückten Personen (unabhängig des Alters oder Geschlechts) ihre Sorgen am Samstag in Berlin aus.

Freundliche Grüße

Herr Ingo Ulrich

27.04.2015, 17:01 Uhr

"...sind Männer um die 50 mit dicken Bäuchen und bunten T-Shirts."

Welche Qualität haben wir noch in Politik und Medien ? Welche Qualität kann man noch erwarten ?

Respektlos, das haben die Betroffenen nicht nötig, diese unverschämte Darstellung !

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