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04.03.2012

17:14 Uhr

2,6 Milliarden jährlich

Atomausstieg lässt Strompreise steigen

VonKlaus Stratmann

ExklusivDer beschleunigte Atomausstieg lässt die Strompreise in Deutschland steigen. Aufs Jahr gerechnet kostet die Energiewende 2,6 Milliarden Euro mehr an Stromkosten. Das ergibt ein Bericht der dem Handelsblatt vorliegt.

Der Atomausstieg schlägt sich in den Strompreisen nieder. dapd

Der Atomausstieg schlägt sich in den Strompreisen nieder.

BerlinDie Steigerung bei den Strompreisen ergibt sich aus Berechnungen des Verbandes der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK), die dem Handelsblatt vorliegen. Der VIK steht für 80 Prozent des industriellen Energieeinsatzes in Deutschland
Der Verband hat die Preisentwicklung in Deutschland mit der in Großbritannien und in Skandinavien verglichen. Die Preise auf diesen beiden Märkten korrelierten bis zur Abschaltung der acht Kernkraftwerke kurz nach der Atomkatastrophe Fukushima im März 2011 traditionell sehr stark mit den Preisen in Deutschland. Seit März 2011 gilt das nicht mehr.

Der Preis in Deutschland hat gegenüber dem britischen um vier Euro je Megawattstunde zugelegt, gegenüber dem skandinavischen um sechs Euro. Auf Basis des Mittelwertes dieser Ergebnisse ergibt sich laut VIK ein Preiseffekt, der sich auf 2,6 Milliarden Euro pro Jahr beläuft, dabei entfallen 1,1 Milliarden Euro auf die Industrie. Damit sei die Behauptung widerlegt, „der deutsche Strompreis sei vom beschleunigten Kernenergieausstieg unbeeindruckt geblieben“, sagte VIK-Hauptgeschäftsführerin Annette Loske.

Weitere Preissteigerungen sind wahrscheinlich: „Ich sehe in jedem Bereich der Energiewende preistreibende Effekte“, sagte Hildegard Müller, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft, dem Handelsblatt. Die Energiewende werde „die Bürger über viele Jahre finanziell in die Verantwortung nehmen“.

Kommentare (38)

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Account gelöscht!

04.03.2012, 17:45 Uhr

Achsooo ist das und ich dachte schon das liegt an der Lobbypolitik und den Absprachen an den Strombörsen...sowas aber auch. Der Benzinpreis ist auch so hoch weil wir gerade umsteigen, stimmts? Ich dachte nämlich immer das liegt vielleicht an den 80% Steuern die dieser Verbrecherstaat draufpackt....so kann man sich täuschen </ironie>

Account gelöscht!

04.03.2012, 18:29 Uhr

Ja ja - die Lobbyisten sind schuld , natürlich sind es immer die andern ....
Das hat nix mit der Verringerung des Angebotes zu tun das bei steigender Nachfrage die Preise steigen lässt ,das hat auch nichts mit dem ausweichen auf andere Energieträger zu tun die die Kernkraftwerke ersetzen müssen .
Auch hat es nichts mit der Energieabhängigkeit zu tun in der wir uns immer weiter manövrieren und Russland zum Monopolisten macht .
Als sie geschrien haben "abschalten sofort" wussten sie was bevorsteht , nun kommt die Rechnung und die kommt immer zum Schluss und wird ihnen die Augen öffnen !!!

Vandale

04.03.2012, 19:14 Uhr

Ein modernes,umweltfreundliches Kernkraftwerk hat Betriebskosten von ca. 1,5 c/kWh. Der Strombörsenpreis für Grundlaststrom liegt über 5c/kWh*. Ein geringer Teil dieses Ueberschusses geht in die Atomrückstellungen (Rückbau des Kernkraftwerks, abgebrannter Kernbrennstoff). Somit erwirtschaftet ein abgeschriebenes Kernkraftwerk einen Vorsteuergewinn von ca. 500 Mio €.

Somit beträgt alleine der Steuerschaden, Gewerbesteuer, Gewinnbesteuerung mehr als 2,6 Mrd. €. Da der Staat wesentliche Anteile an den Versorgern RWE, ENBW, EON hält, entgehen dem Staat auch die Gewinnausschüttungen.

Vandale

*Besser wäre es wenn man diese sehr umweltfreundlichen KKW nicht abgeschaltet hätte,den Gewinn nicht dem Staatshaushalt zugeführt hätte, sondern den günstigen Strom analog regulierter US Staaten dem Kunden gutgeschrieben hätte. In diesen US Bundesstaaten kostet Strom häufig nicht mehr als 5c($)/kWh.

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