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11.04.2013

14:29 Uhr

20 Cent pro Tüte

Umweltbundesamt will Abgabe auf alle Plastiktüten

Soll es generell verboten werden, kostenlos Plastiktüten abzugeben? Umweltschützer sehen darin ein Rezept, der Plastikmüllflut Herr zu werden – denn europaweit leiden besonders die Meere zunehmend darunter.

Weggeworfene Plastiktüten auf einer Wiese: Das Umweltbundesamt schlägt eine Abgabe auf Plastiktüten von bis zu 20 Cent pro Tüte vor. dpa

Weggeworfene Plastiktüten auf einer Wiese: Das Umweltbundesamt schlägt eine Abgabe auf Plastiktüten von bis zu 20 Cent pro Tüte vor.

BerlinZur Eindämmung des Plastikmülls schlägt das Umweltbundesamt (UBA) eine Bezahlpflicht für alle Plastiktüten vor. „Es gibt gerade in Bekleidungsgeschäften, Drogeriemärkten und Kaufhäusern keine Bezahlpflicht, daher empfehlen wir, dass diese Tüten nicht mehr kostenlos abgegeben werden“, sagte UBA-Präsident Jochen Flasbarth der Deutschen Presse-Agentur. Auch die EU-Kommission empfehle einen solchen Schritt, betonte Flasbarth.

In Deutschland entfallen auf jeden Bürger im Jahr 71 Plastiktüten. Diese Zahl liegt – auch wegen der Kosten von 10 oder 20 Cent pro Tüte in Supermärkten – bereits weit unter dem EU-Schnitt von 200 Tüten je Bürger.

Die Grünen fordern für Deutschland eine Abgabe von 22 Cent je Plastiktüte, um die Zahl weiter zu mindern. In Irland, wo eine Abgabe von 44 Cent je Tüte eingeführt worden war, habe sich die Anzahl an Plastiktüten von 328 auf 18 je Bürger und Jahr verringert, betont das UBA. Noch bis Freitag berät eine internationale Konferenz in Berlin über die zunehmende Gefährdung der Meere durch Plastikmüll.

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80 Prozent des Meeresmülls hat seine Ursache an Land und von dort in die Meere. Nicht ordnungsgemäß entsorgtes oder nicht einem Recyclingsystem zugeführtes Plastik zersetzt sich immer weiter. Winzige Plastikpartikel gelangen oft über Flüsse und Abwasser in die Meere. „100 bis 140 Millionen Tonnen Müll liegen in den Weltmeeren. Zum Teil sind Müllstrudel aus dem Weltall erkennbar“, sagte Flasbarth. Allein in der Nordsee liege Müll in einer Größenordnung von einem Würfel mit einer Kantenlänge von 80 Kilometern. Das habe große Auswirkungen auf die Lebewesen, wenn sie zerriebenen Plastikmüll über die Nahrungskette aufnehmen.

„Worüber wir noch relativ wenig wissen ist, wie viel Mikroplastik über den Fischkonsum in die Nahrungskette des Menschen kommt“, sagte Flasbarth. Ein zunehmendes Problem seien Mikroplastikteilchen zur Stabilisierung etwa in Kosmetika, die von den Kläranlagen nicht erwischt werden und so über das Abwasser in den Meeren landen können. „Hinzu kommt der ganze Müll in der Schifffahrt, sei es bei Kreuzfahrten oder Containerschiffen, der über Bord geworfen wird.“

Der Verband Deutscher Reeder wies diesen Vorwurf scharf zurück. „Die Seeschifffahrt unterliegt strengen und weltweit gültigen Vorschriften über den Umgang mit Müll an Bord ihrer Schiffe“, sagte ein Sprecher. „Der Plastikmüll von Handels- und Kreuzfahrtschiffen wird ausschließlich in den Häfen entsorgt.“

Von

dpa

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

11.04.2013, 17:17 Uhr

Konsequent wäre ein komplettes Verbot und alternativ der Umstieg auf Papiertüten. Alles andere ist teuerer Ablasshandel und genau so unsinnig, wie der "Grüne Punkt", der für völlig überdimensionale, verschweißte Plastikverpackungen ein gutes Gewissen suggerieren soll.

joergel

11.04.2013, 18:43 Uhr

Wieder mal Bürgerabzocke. Warum wird dann die Herstellung nicht verboten??? Wäre das zu einfach? Die grünen Spinner sind mal wieder am Werk.

Account gelöscht!

12.04.2013, 09:57 Uhr

Es wäre überhaupt keine Problem Einkaufstaschen peppig aufgemacht und aus Stoff herzustellen. Die Umerziehung würde
nicht so lange dauern und dann nehmen die Plastiktüten ab.

Als zweite Alternatve verkaufen die Einkaufcenter keine Plastiktüten mehr, sondern Stofftaschen für einen Euro.

Problem gelöst.

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