Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.03.2012

12:55 Uhr

20 statt 30 Prozent

Bundesregierung scheitert an der eigenen Frauenquote

VonDietmar Neuerer

ExklusivUrsula von der Leyen hat die Nase voll von Unternehmen, die ihre Forderung nach mehr Frauen in Führungspositionen ignorieren. Dabei erfüllt die Regierung selbst die Quote nicht - und auch von der Leyen verfehlt das Ziel.

Eine Frau umringt von Männern. dapd

Eine Frau umringt von Männern.

BerlinDie Bundesregierung erfüllt die von ihr geforderte Frauenquote in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft nicht. Nach Recherchen von Handelsblatt Online beträgt der Anteil von Frauen im Top-Management der Regierung (Staatssekretäre, Abteilungsleiter, Unterabteilungsleiter) nur 20 Prozent. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte von börsennotierten Unternehmen eine Quote von mindestens 30 Prozent Frauen in Aufsichtsräten und Vorständen ab 2018 verlangt. Doch ihre Forderung hat bisher nicht gefruchtet.

Im Gegenteil: Die Schlechterstellung von Frauen im Vergleich zu Männern bestätigte auch die Bundesagentur für Arbeit. Sie teilte anlässlich des Weltfrauentages an diesem Donnerstag mit, Frauen seien nicht nur viel seltener als Männer in Führungspositionen, sie verdienten auch deutlich weniger.

Von der Leyen setzt nun darauf, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel notfalls gegen den Willen der Wirtschaft eine Frauenquote in Chefetagen durchsetzen wird. Eine freiwillige Regelung habe bislang nichts gebracht, sagte die CDU-Ministerin der Online-Ausgabe der Illustrierten „Stern“. Merkel habe deutlich gemacht, dass sie sich das noch eine Weile anschauen werde. „Und wenn sich nicht wirklich dramatisch etwas ändert, wird sie wohl reagieren müssen“, sagte von der Leyen. Bislang lehnt Merkel eine gesetzliche Quote ab.

Auch in der Bundesregierung ist es nicht weit her mit der Beschäftigung von Frauen in Führungspositionen. Von den insgesamt 52 beamteten und parlamentarischen Staatssekretären bzw. Staatsministern in der Bundesregierung sind nur 13 Frauen. Das ergibt eine Quote von 25 Prozent. Bei den 127 Abteilungsleiter-Stellen in den Bundesministerien und im Kanzleramt sind nur 21 mit Frauen besetzt. Das entspricht einer Frauenquote von 16,53 Prozent.

Auch die CDU-Politikerin von der Leyen verfehlt in ihrem Ministerium, wenn auch nur knapp, die von ihr verlangte 30-Prozent-Quote. Insgesamt 11 Spitzenposten hat sie zu vergeben. Eine Stelle davon ist unbesetzt. Unter den Staatssekretären gibt es eine Frau, unter den Abteilungsleitern sind es zwei. Das ergibt eine Quote von 27,27 Prozent.

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

erst_nachdenken

08.03.2012, 17:47 Uhr

Wie schizophren ist diese ganze Diskussion zur Frauenquote eigentlich:

1. Kann man die Frauenquote in der Politik wirklich als Erfolgsmodell feiern?

2. Bringt die Diskussion um die Frauenquote eine echte Lösung der „Frauen“-Probleme oder dient sie nur der politischen Profilierung einiger Quotenfrauen der Parteien?

3. Wollen wir wirklich ein eigenes Gesetz für ca. 100 hochqualifizierte Frauen machen (Zahl der Dax-Vorstandsmitglieder x Wunschquote)?

4. Sollte das Interesse von ca.100 gutbezahlten Frauen höher gestellt werden als das von ca. 3,5 Mio Arbeitnehmern der Dax-Unternehmen und ihrer Familien, indem das Geschlecht zum bestimmenden Qualifikationskriterium erhoben wird?

5. Ist der geringe Anteil von Frauen auf Führungsebenen tatsächlich eine Frage von Diskriminierung? Oder liegt es nicht vielmehr daran, dass Frauen weniger Interesse dafür aufbringen? Auch bei Jägern, Fischern, Soldaten, Dachdeckern, Metzugern, Müllmännern, Gefängnisinsassen, Porschefahrern sind Frauen deutlich unterrepräsentiert. Diskriminierung?

6. Macht es gesellschaftlich wirklich Sinn, wenn man durch ein solches Gesetz hochqualifizierte Frauen dazu motiviert, die Karriere über die Familie zu stellen?

7. Ist es – auch vor dem Hintergrund der Demographiekatastrophe auf die wir zusteuern- nicht viel wichtiger, dass Frauen - egal ob hochqualifiziert oder nicht- Beruf und Kinder sinnvoll miteinander vereinbaren können? Geht es nicht darum, auch alleinerziehenden Frauen eine Möglichkeit zu geben, ihren Lebensunterhalt im Beruf zu verdienen ohne in Hartz IV zu fallen?

Die Frauenquote ist einfach nur eine kopflose Idee im Dauerstreit der Parteien!

erst_nachdenken

08.03.2012, 17:52 Uhr

P.S. Sind die Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern Folge von Diskriminierung oder Ausdruck unterschiedlicher Prioritäten im (Berufs-)Leben? Untersuchungen zur Motivation zeigen dass für Männer hohes Gehalt, Einfluss, Statussymbole einen wesentlich höheren Stellenwert haben als bei Frauen. Vielleicht wären ja Seminare zum Thema „Gehaltsverhandlung für Frauen“ ein sinnvollerer Beitrag als ein eigenes Gesetz.

Account gelöscht!

08.03.2012, 18:33 Uhr

Ich kann dieses Dummgeschwätz über eine Frauenquote nicht mehr hören
Es sollen nun also die Schlechten nach oben, denn genau dafür will man die Frauenquote.
Personalentscheidungen trifft nun also der Staat.
Staatsbefohlene Wirtschaft, die DDR läßt grüßen
Der sozialist. Ungeist hat Einzug gehalten
Die fanatischen und ideolog. Weiber quer durch alle Parteien, sind ja auch vorrangig stramme Sozialisten, die geben keine Ruhe, bis sie alles unter ihren Krallen haben
Die Frauenquote ist die größte Diskriminierung gegen Frauen
Die Parole heißt dann: Du mußt Dich nicht mehr anstrengen, die Quote regelt das

Das was Alice Schwarzer mal angestoßen hat mit der Emanzipation verkehrt sich heute ins Ggenteil.
Emanzipation wird bei immer mehr Frauen zum Haßobjekt
Und wir sehen es doch im Bundestag. Je mehr dieser Emanzenweiber, desto schlechter wird die Politik, denn in der Politik sitzen ja nicht die Besten
Können diese ganzen ideologischen-fanatischen Weiber uns Frauen eigentlich nicht endlich in Ruhe lassen? Ob wir Teilzeit arbeiten, ob wir Karriere (was ist das eigentlich?)machen oder nicht, geht den Staat nichts an
In Deutschland muß es offenbar erst mal wieder so richtig rumsen, bevor diese Emanzenweiber wieder in der Normalität landen
Wenn es nach denen ginge, würden sie sich ja gänzlich ein neues Volk schaffen und die Geschlechter würden sie auch gleich abschaffen
Es kotzt mich nur noch an, wenn diese Politik-Weiber ihren Mund aufmachen.
Die sollen mal alle erst ordentlich arbeiten gehen, damit sie überhaupt mal wissen wovon sie reden
Am besten wäre es denen wenn wir so leben würden:
"Ich rauche nicht - ich trinke nicht - und meine Kinder sind alle adoptiert".
Es wird Zeit, dass im Budnestag mal wieder Normalität einkehrt und diese frustrierten Emanzenweiber nach Hause geschickt werden.
Übrigens, ich fordere eine Männerquote von mindestens 60% in all unsren Schulen, denn dort hat die Weiberwirtschaft ja schon genug Schaden angerichtet

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×