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13.12.2012

08:57 Uhr

200.000 Kräfte fehlen

Der Ausbildungspakt Pflege kommt

In den Heimen gehen viele Pfleger längst auf dem Zahnfleisch. Wachsender Bedarf und Fachkräftemangel drohen die Lage in den kommenden Jahren noch zu verschlimmern. Ein Pflegepakt soll Abhilfe schaffen.

Die Bundesregierung bringt eine Ausbildungsoffensive auf den Weg, um einem Pflegenotstand vorzubeugen. dpa

Die Bundesregierung bringt eine Ausbildungsoffensive auf den Weg, um einem Pflegenotstand vorzubeugen.

BerlinKurz vor Unterzeichnung eines neuen Initiative für mehr Altenpfleger in Deutschland fordert die Branche noch weit größere Anstrengungen gegen einen drohenden Pflegenotstand. „In den nächsten Jahren brauchen wir 200.000 zusätzliche Pflegekräfte“, sagte der Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste, Bernd Meurer, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Gegen den Fachkräftemangel in der Altenpflege bringt die Bundesregierung mit Vertretern von Ländern und Verbänden nun eine Ausbildungsoffensive auf den Weg. Ziel sind mehr Ausbildungsplätze. Es ist der erste bundesweite Ausbildungspakt für die Altenpflege. Beteiligt sind 30 Akteure aus Bund, Ländern und Verbänden.

Meurer, dessen Verband mehr als 7.500 Einrichtungen vor allem der Pflege versammelt, wertete die Initiative als wichtigen Baustein. „Die Umschulung hin zur Altenpflegerin wird gezahlt“, sagte er. Das sei positiv. Sein Verband habe bereits zugesagt, 4.000 Ausbildungsplätze zu schaffen. Nun müsse die Bundesagentur für Arbeit auch die entsprechenden Interessenten nennen.

Doch es müsse weit mehr passieren, forderte Meurer. „Wir haben jedes Jahr zwischen 1.500 und 2.000 Fachkräfte, die sagen: Es reicht.“ Die Politik habe es lange verschlafen, gegen den Verlust an Pflegekräften und den künftig wachsenden Mangel anzusteuern. „Die Leute brauchen unbürokratisch und schnell Entlastung.“

Nötig sei insbesondere eine verstärkte Anwerbung ausländischer Fachkräfte etwa aus Serbien oder Rumänien, aber etwa auch aus den Philippinen. Doch in Deutschland gebe es zuviele Vorbehalte, zu hohe Sprachanforderungen und eine zu spärlich ausgeprägte Willkommenskultur. Viele Zuwanderer machten um Deutschland deshalb einen Bogen und arbeiteten lieber in Schweden, Belgien oder anderen Ländern in der Pflege.

Von

dpa

Kommentare (5)

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pizzarro53

13.12.2012, 09:36 Uhr

Hoffentlich werden Neonazis und NPD-Mitglieder niemals Pflegefälle. Wäre schrecklich für Sie! Oder lassen die sich alle zu braunen Pflegern umschulen?

RumpelstilzchenA

13.12.2012, 11:39 Uhr

Fachkräftemangel????
Die Fachkräfte werden zu gering bezahlt! Ein Pflegeplatz kostet über 3.000,00€. Wer steckt sich das viele Geld in die Taschen? Jedenfalls kommt bei den Pflegern nicht viel an.
#pizzarro53
Ich glaube, Sie sind einfach überfordert. Kann ich verstehen bei der schlechten Bezahlung.

Kritiker01

13.12.2012, 12:03 Uhr

Dem kann ich nur zustimmen! Die ökonomischen Grundprinzipien von Angebot und Nachfrage sind auf unserem heutigen Arbeitsmarkt deutlich außer Kraft gesetzt worden! Man schaue sich nur die Entwicklung der Löhne in den vergangenen 10 Jahren an. Der Arbeitnehmer wird im Grundsatz nicht am Produktivitätsfortschritt beteiligt - das Lohnniveau sinkt. Es gibt einen realen Kaufkraftverlust! Aber Unternehemen steigern von Jahr zu Jahr ihre Gewinne! Schließlich ist in unserem System Wachstum alles! Mit allem Mitteln wird noch das lettzte Prozent heraus geholt, um die Kapitalgeber zu befriedigen.
Der Fachkräftemangel ist ganz klar hausgemacht und hat beim besten Willen nicht viel mit der demografischen Entwicklung zu tun! Ebenfalls branchenübergreifend, sofern Sie nicht gerade bei einem Global-Player beschäftigt sind, die im Oligopol die Märkte kontrollieren und die Herren Politiker durch ihre Lobbyarbeit nach ihrer Fasson tanzen lassen. Da verdient sogar der einfache Bandmitarbeiter ohne berufliche Qualifikation, deutlich mehr, als er normalerweise auf Grund seiner Qualifikation erhälten würde.

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