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09.01.2004

07:45 Uhr

2003 schlechtestes Jahr seit 1997

Wende auf dem Arbeitsmarkt lässt bis 2005 auf sich warten

2003 war für den Arbeitsmarkt das schwärzeste Jahr seit der Regierungsübernahme von Rot-Grün, die Bundesagentur für Arbeit (BA) rechnet 2004 nicht mit einer Wende.

HB DÜSSELDORF. „Der echte Durchbruch kommt erst im nächsten Jahr“, sagte der BA-Vorstandsvorsitzende Florian Gerster am Donnerstag bei der Präsentation des Monatsberichts für Dezember und der abschließenden Zahlen für das Jahr 2003. Im Dezember waren nach BA-Angaben 4,317 Millionen Frauen und Männer arbeitslos – gut 91 000 mehr als im Dezember 2002. Die Quote lag damit bei 10,4 %. Ohne die Arbeitsmarktreformen und die damit verbundene härtere Gangart der Arbeitsämter wäre der Wert nach Angabe der BA noch höher ausgefallen.

Für das laufende Jahr ist Gerster „sehr verhalten optimistisch“. Bei einem erwarteten Wirtschaftswachstum von 1,5 % werde „alles auf eine Stagnation der Arbeitslosigkeit hinauslaufen“. Auch Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) rechnet nicht mehr mit einem Umschwung im laufenden Jahr. Die wirkliche Wende werde es erst im kommenden Jahr geben, sagte der Minister. Die sich aufhellende Konjunktur habe zwar noch nicht zu zusätzlichen Arbeitsplätzen geführt. Die aktuellen Zahlen signalisierten aber, „dass wir die Talsohle durchschritten haben“. Vor dem Jahreswechsel hatte die Bundesregierung noch die Hoffnung geäußert, dass bereits 2004 eine spürbare Entlastung des Arbeitsmarktes zu erwarten sei.

Gerster bezeichnete 2003 als ein „verlustreiches Jahr für den Arbeitsmarkt“. Im vergangenen Jahr blieb die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt mit 4,376 Millionen um nur 8000 unter dem Negativrekord von 1997. Der Wert des Jahres 2003 übertraf die Arbeitslosenzahl des Jahres 2002 um 8 %. Die Jahresdurchschnittsquote lag bei 10,5 %.

Gerster nannte die Entwicklung im Dezember „relativ günstig“. Die Arbeitslosenzahl sei im Vergleich zum Vormonat saisonbereinigt um 21 000 zurückgegangen. Wesentlichen Anteil daran hätten die Arbeitsmarktreformen. Ohne die geänderte Arbeitsmarktpolitik unter dem Motto „Fördern und fordern“ wäre die Arbeitslosenzahl 2003 laut Gerster um 100 000 höher ausgefallen.

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