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01.01.2010

13:05 Uhr

2009

Kurzarbeit rettete mehr als 300 000 Arbeitsplätze

Dank der Kurzarbeit konnten nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit mehr als 300 000 Jobs erhalten werden. Doch die Kosten für die Konjunkturmaßnahme waren milliardenschwer.

Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise. Quelle: dpa Quelle: dpa

Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise. Quelle: dpa

NÜRNBERG. Die Nürnberger Bundesagentur für Arbeit (BA) hat 2009 fast fünf Milliarden Euro für Kurzarbeit ausgegeben. Dadurch seien mehr als 300.000 Arbeitsplätze erhalten geblieben, sagte der BA-Vorstandsvorsitzende, Frank-Jürgen Weise. Zuletzt hätten etwa eine Million Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld erhalten und etwa ein Drittel weniger gearbeitet.

„Die Arbeitslosigkeit wäre vermutlich höher als die 300.000 geretteten Stellen gewesen“, sagte Weise. Denn wenn bei einem Mitarbeiter zwei Drittel seiner Arbeit aufgrund fehlender Aufträge wegfielen, werde dieser in der Regel nicht zu einem Drittel weiterbeschäftigt, sondern ganz entlassen worden. Die verbliebenen Mitarbeiter hätten dann seine Arbeit erledigt und Überstunden gemacht. Dies sei durch die Kurzarbeit vermieden worden.

Entsprechend seien die 4,7 Milliarden Euro gut angelegtes Geld, betonte Weise. „Denn wenn ich alles einrechne, dann ist Kurzarbeit preiswerter als Arbeitslosigkeit.“ Riskant sei allerdings, wenn ein Mitarbeiter nach der Kurzarbeit doch noch entlassen wird. „Dann haben wir doppelt bezahlt“, sagte Weise. Für 2010 erwartet seine Behörde ein Nachlassen der Nachfrage nach Kurzarbeit.

Im Haushalt sind im nächsten Jahr nur noch etwas über drei Milliarden Euro für diesen Posten eingeplant. „Wir rechnen im Schnitt mit 530.000 Mitarbeitern, die 30 Prozent weniger arbeiten“, erklärte Weise. Zu dieser Entwicklung trügen Firmen wie beispielsweise BMW bei, die aufgrund ihrer guten Auftragslage die Kurzarbeit beenden könnten, aber auch solche Unternehmen, deren Lage sich weiter verschlechtert habe und die aufgeben müssten.

Zu den bekannt gewordenen Missbrauchsfällen bei Kurzarbeit sagte Weise, gemessen an der Gesamtzahl liege die Zahl der Verdachtsfälle bei deutlich unter einem Prozent. „Zwar ist jeder Einzelfall nicht zu akzeptieren. Aber es ist kein Phänomen, bei dem man sich jetzt große Sorgen zu machen braucht“, betonte er.

Gleiches gelte für den bekanntgewordenen Datenmissbrauch aus der Jobbörse der BA. „Ich habe viel Verständnis dafür, dass der Datenschutzbeauftragte in solchen Fällen sehr kritisch ist“, sagte der BA-Chef. Es sei wichtig für die Behörde, dass Sicherheitslücken aufgedeckt würden, weil man daraus lernen könne.

Allerdings bleibe trotz strenger Kontrollen und einer hohen Aufdeckungsquote ein Restrisiko. Schließlich solle die Jobbörse nicht so strenge Zugangsbeschränkungen für Arbeitgeber erhalten, dass niemand mehr ein Arbeitsplatzangebot einstellen wolle. „Wir wollen ja ein offenes System“, sagte Weise. Gleichzeitig kritisierte er fehlende Kontrollen in privaten Stellenbörsen. „Ich kenne kein Qualitätssicherungssystem, das bei den privaten, offenen, europaweiten Jobbörsen einen solchen Missbrauch ausschließt“, so der Behördenchef.

Kommentare (2)

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xnuk

01.01.2010, 17:35 Uhr

Und wer rettet das Geld unserer Kinder, Enkel, Urenkel ...
Nicht vorhandenes Geld, das unverantwortlich ausgegeben wird für eine politisch inszenierte Kosmetik der Arbeitsmarkt - bilanz!

18-formatic

01.01.2010, 20:21 Uhr


Der Staat klopft sich auf Schultern:

in dem es wenn was gewesen wäre?

Nicht so unschuldig,lieber Staat den das Geld das du vorgestreckt hattest wirst du es sowieso von den Arbeitern die Kurzarbeit hatten erleiden müssen es zurück nimmst bei der Einkommensteuererklärung.

Der Gelackmeierte ist wieder mal trotzdem der in Kurzarbeit gehen musste,wieder die Arbeitgeber entlastet wurden.
Aber nicht behaupten lieber Arbeitgeber das du die Arbeitstelle Retten wolltest.

Steuerausfälle sind somit nicht gegeben.

Und zum Schluß:

Das Geld was die nächsten Generationen bekommen sollten ist nicht anderes als die auch in der Steuerplicht verdonnert werden.
Keine Angst der Staat richtet es schon automatisch.

Mfg

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