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01.01.2014

16:03 Uhr

2014

Das Gedenkjahr der Superlative

1914, 1939, 1989 – 2014 wird zum großen Gedenkjahr. Überall laufen die Vorbereitungen. Deutschland als einer der Hauptbeteiligten ist dabei eher spät dran. Auf einen wird es ankommen: Bundespräsident Joachim Gauck.

Bundespräsident Joachim Gauck spricht nach der Aufzeichnung der Fernsehsendung „Alle Jahre wieder - Weihnachten mit dem Bundespräsidenten“. Gauck wird im Sommer viel unterwegs sein wird. dpa

Bundespräsident Joachim Gauck spricht nach der Aufzeichnung der Fernsehsendung „Alle Jahre wieder - Weihnachten mit dem Bundespräsidenten“. Gauck wird im Sommer viel unterwegs sein wird.

BerlinHundert Jahre Ausbruch des Ersten Weltkriegs, 75 Jahre Ausbruch des Zweiten, 25 Jahre Fall der Mauer: 2014 gibt es eine ganze Reihe von Jahrestagen, mit denen an Ereignisse erinnert wird, die für die Weltgeschichte von erheblicher Bedeutung waren. In vielen Ländern steht schon fest, wann und wo Gedenkveranstaltungen mit prominenter internationaler Beteiligung stattfinden werden. Deutschland als einer der Hauptbeteiligten tut sich noch schwer.

Das hängt nicht nur mit den besonderen Umständen der deutschen Geschichte zusammen, sondern auch damit, dass die Bildung der neuen Bundesregierung länger dauerte als gedacht. Die Planungen in Kanzleramt, Auswärtigem Amt und verschiedenen anderen Ministerien laufen längst. Mangels ordentlicher Regierung wurde bislang aber kaum etwas entschieden. Nun muss sich die große Koalition zügig auch ums große Gedenkjahr kümmern.

Staatsbesuche, offizielle Besuche, Arbeitsbesuche

Staatsbesuche

Nur Treffen von Staatsoberhäuptern werden als Staatsbesuche bezeichnet. Dazu zählen also Besuche des Bundespräsidenten bei gekrönten Häuptern oder republikanischen Staatschefs oder deren Gegenbesuche, nicht aber zum Beispiel die Auslandsreisen der Bundeskanzlerin.

Die Gäste eines Staatsbesuches werden mit den höchsten protokollarischen Ehren empfangen. Staatsbesuche finden auch ohne konkreten Anlass statt und dienen vor allem der Kontaktpflege zwischen den Ländern.

Offizielle Besuche

Zu offiziellen Besuchen folgen Regierungschefs oder Minister einer Einladung ihrer ranggleichen Gastgeber. Meist geht es dabei um die Erörterung konkreter politischer Fragen.

Arbeitsbesuche

Bei Arbeitsbesuchen kommen Regierungschefs oder Staatsoberhäupter - im Fall Deutschlands - auf Einladung der Bundeskanzlerin und nicht des Bundespräsidenten nach Berlin.

Von Vorteil ist dabei, dass es mit den Jubiläen erst in einigen Monaten richtig losgeht. Auftakt ist am 6. Juni, wenn sich auf Einladung von Frankreichs Präsident François Hollande Staats- und Regierungschefs aus aller Welt in der Normandie versammeln, um an den 70. Jahrestag der Landung der Alliierten zu erinnern. Der „D-Day“ war einer der Wendepunkte von Weltkrieg Nummer zwei.

Drei Wochen später jährt sich das Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand zum 100. Mal, Auslöser von Weltkrieg Nummer eins. In Sarajevo, dem Ort des Geschehens, wird es eine große internationale Zeremonie geben. Wer für Deutschland an den ersten beiden großen Gedenkterminen 2014 teilnehmen wird, ist noch nicht bekannt.

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Die französische Regierung will das 100. Jubiläum des Ersten Weltkriegs 2014 mit einem Riesenevent feiern. Auch Deutschland soll eingebunden werden. Doch die Bundesregierung zeigt kein großes Interesse.

Fest steht hingegen, dass Joachim Gauck später im Sommer viel unterwegs sein wird. Auf den Bundespräsidenten kommt es in einem solchen Jubiläumsjahr besonders an. Anfang August trifft sich Gauck mit Hollande an einer der Stätten, die im Ersten Weltkrieg schwer umkämpft waren: dem Hartmannswillerkopf, wie die älteren Elsässer sagen. Auf Französisch heißt der Berg, wo 30 000 Soldaten starben, Vieil Armand.

Kommentare (1)

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günther schemutat

02.01.2014, 11:14 Uhr

Man kann sagen 2014 wird ein Gutmenschen-Jahr wo sich alle sonnen können, die noch kalkweis sind. Eine ehrliche Aufarbeitung vom ersten Weltkrieg bis hin zu Serbien zu Afghanistan wird es nicht geben. Die Wahrheiten werden solange gebogen von Gutmenschen, bis sie in die eigene Vorstellung passen.

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