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09.11.2014

18:25 Uhr

25 Jahre Mauerfall

Eine Rose für die Maueropfer

Es ist ein Tag der Freude, aber auch ein Tag der Erinnerung an die Opfer. Zum Auftakt der Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag des Mauerfalls hat Bundeskanzlerin Angela Merkel mit einer Rose der Maueropfer gedacht.

Mit einer Rose gedachte Bundeskanzlerin Angela Merkel in Mauer-Gedenkstätte an der Bernauer Straße der Opfer des Todesstreifens. Reuters

Mit einer Rose gedachte Bundeskanzlerin Angela Merkel in Mauer-Gedenkstätte an der Bernauer Straße der Opfer des Todesstreifens.

BerlinGedenkreden, Bürgerfeste, Konzerte und eine neue Ausstellung zum Mauerfall: Hunderttausende Berliner und Besucher aus aller Welt feierten am Sonntag in Berlin und vielen anderen Orten die Öffnung der innerdeutschen Grenze vor 25 Jahren. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bezeichnete die Geschehnisse vom 9. November 1989 als Vorbild für andere Freiheitsbewegungen. Am Abend sollten die 7000 Lichtballons aufsteigen, die seit Freitag den Grenzverlauf markieren.

„Der Mauerfall hat uns gezeigt: Träume können wahr werden“, sagte die Kanzlerin bei der zentralen Feier an der Gedenkstätte Bernauer Straße in Berlin. „Diese Erfahrung wollen wir mit unseren Partnern in der Welt teilen.“ Merkel fügte hinzu: „Wir können die Dinge zum Guten wenden, das ist die Botschaft des Mauerfalls.“ Dies gelte in diesen Tagen auch für andere Regionen wie Ukraine, Syrien oder Irak.

Damit das DDR-Unrecht nicht in Vergessenheit gerate, würden Orte der Erinnerung benötigt, sagte Merkel mit Blick auf die neue Dauerausstellung in der Gedenkstätte, die auch Zeitzeugenberichte zum DDR-Grenzregime enthält.

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Der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz (SPD), sagte beim Festakt im Konzerthaus am Gendarmenmarkt, der Mut der DDR-Bürgerrechtler sei „Freiheitskämpfern auf der ganzen Welt bis heute ein Vorbild“. Er fügte mit Blick auf die anderen osteuropäischen Länder hinzu: „Wohin man 1989 in Europa blickte – der Funke der Freiheit war entzündet.“ Die Wege zur Freiheit seien damals unterschiedlich gewesen, „aber sie waren immer friedlich“.

Merkel und Wowereit hatten am Vormittag an der Gedenkstätte Bernauer Straße symbolisch Blumen in die Fugen der dort verbliebenen Mauersegmente gesteckt. Nach einem ökumenischen Gottesdienst in der wieder errichteten Versöhnungskapelle zündeten sie Kerzen an, mit denen der Mauertoten gedacht wurde.

Am Nachmittag begann am Brandenburger Tor ein Bürgerfest, auf dem bis zum Abend Stars wie Peter Gabriel, Daniel Barenboim und Udo Lindenberg auftreten sollten. Rund um den Veranstaltungsort strömten mehrere zehntausend Besucher zusammen.

In der Stadt waren insgesamt Hunderttausende unterwegs - insbesondere an der 15 Kilometer langen Strecke der Ballonaktion „Lichtgrenze“. Ab 19.00 Uhr sollten im Beisein von Bundespräsident Joachim Gauck die Ballons in den Himmel steigen und so das Verschwinden der Grenze symbolisieren.

Merkel erinnerte daran, dass es am 9. November nicht allein um den Fall der Mauer gehe. An diesem Tag endete 1918 das deutsche Kaiserreich, 1923 versuchte Hitler die Weimarer Republik zu stürzen, 1938 zündeten die Nazis in der Reichspogromnacht die Synagogen an. „Das war der Auftakt zum millionenfachen Mord, zum Zivilisationsbruch der Shoa“, sagte die Kanzlerin.

Von

afp

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