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14.06.2011

16:12 Uhr

50 Jahre Mauerbau

Erinnern an die Schrecken der DDR-Diktatur

Von der einstigen Mauer ist in Berlin an vielen Stellen nicht mehr viel zu spüren. Doch die Erinnerung soll lebendig bleiben - als Mahnung. Nun erinnern große Fotos an das Bollwerk, das die Stadt teilte.

Dunkle Wolken ziehen am Dienstag zum Auftakt der Berliner Gedenkveranstaltungen zum 50. Jahrestag des Mauerbaus über dem Grenzwachturm Schlesischer Busch auf. Quelle: dpa

Dunkle Wolken ziehen am Dienstag zum Auftakt der Berliner Gedenkveranstaltungen zum 50. Jahrestag des Mauerbaus über dem Grenzwachturm Schlesischer Busch auf.

BerlinZum 50. Jahrestag des Mauerbaus plant Berlin ein zentrales Gedenken, zu dem auch Bundespräsident Christian Wulff erwartet wird. Das kündigte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) am Dienstag beim Auftakt der Gedenkveranstaltungen in der Hauptstadt an. Er enthüllte an einem früheren Grenzwachturm im Stadtteil Treptow die ersten von 24 riesigen Schwarz-Weiß-Fotos, die an elf Orten in Berlin an den früheren Grenzwall und die Teilung der Stadt erinnern sollen. Die Fotos sollen bis Ende August zu sehen sein.

Wowereit appellierte an die Bürger, Demokratie und Freiheit als „höchstes Gut“ zu verteidigen sowie die Geschichte nicht zu vergessen. Die Schrecken der Mauer und DDR-Diktatur müssten als Mahnung weiter deutlich gemacht werden. „Der 13. August 1961 war ein Tag der Schande, ein Tag der Trauer.“

Die Berliner Mauer sei weltweit ein Symbol, dass auch an anderen Orten Mauern zum Einsturz gebracht werden könnten, sagte Wowereit. Die Debatte, ob die DDR ein Unrechtsstaat gewesen sei, nannte er „unsinnig“.

Zu Vorwürfen, dass nach dem 9. November 1989 zu viel Mauer zu schnell abgerissen wurde, sagte Wowereit: „Vielleicht war es falsch - aber keiner wollte diese Mauer mehr haben.“ Etliche Erinnerungsorte seien erhalten - darauf setze das dezentrale Gedenkkonzept des rot-roten Senats. Nicht nur zu Gedenktagen, sondern tagtäglich sollte die Vergangenheit präsent sein.

Die DDR begann den Bau der 155 Kilometer langen Mauer um das damalige West-Berlin am 13. August 1961. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen kamen in den 28 Jahren ihrer Existenz durch das DDR-Grenzregime mindestens 136 Menschen ums Leben. An diesem Mittwoch vor 50 Jahren, am 15. Juni 1961, täuschte der damalige höchste SED-Partei- und DDR-Staatschef Walter Ulbricht die Welt mit dem Satz, der in die Geschichte einging: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.“

Von

dpa

Kommentare (1)

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Spiegel-Berlin

15.06.2011, 09:13 Uhr

Erinnern Sie auch daran, dass mit "Souveräntät der BRD" 1955 die Sowjets auf "Zwei-deutsche-Staaten-Politik" umschalteten, zeitgleich Österreich in den Staatsvertrag entließen und dafür die DDR zu ihrem Faustpfand machten. Und dass 1956 mit Eintritt der BRD in die Nato aus den ehemaligen Zonengrenzen ideologische Gräben wurden! Jedenfalls war Wiedervereinte Nation so nicht machbar! Nicht erst Ulbrichts Mauer hat die Nation zerteilt. In Österreich war man vor der Teilung der Nation GRUNDSÄTZLICH zurückgeschreckt! (Spiegel-Berlin)

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