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12.08.2011

14:44 Uhr

50 Jahre nach dem Mauerbau

Wo Ost und West wirtschaftlich geteilt sind

VonDietrich Creutzburg, Peter Thelen, Klaus Stratmann, Daniel Delhaes, Barbara Gillmann

Die jahrzehntelange Teilung hat Deutschland geprägt. Bei Wirtschaftskraft, Löhnen und auf dem Arbeitsmarkt hinken die neuen Bundesländer hinterher, in einigen Bereichen ist der Osten dem Westen voraus. Ein Vergleich.

50 Jahre nach dem Mauerbau und 21 Jahre nach der Wiedervereinigung gibt es weiterhin große Unterschiede zwischen Ost und West. Quelle: dapd

50 Jahre nach dem Mauerbau und 21 Jahre nach der Wiedervereinigung gibt es weiterhin große Unterschiede zwischen Ost und West.

Düsseldorf/BerlinVor 50 Jahren wurde die Mauer gebaut, die Deutschland in Ost und West teilte. Die damals erzwungene Spaltung ist bis heute nicht gänzlich überwunden, auch wenn der Betonwall längst verschwunden ist. Bei der Wirtschaftskraft, den Löhnen oder auf dem Arbeitsmarkt hinkt der Osten weiter hinterher. Allerdings kann der Westen auch von den Neuen Ländern lernen - etwa bei der Energiewende oder der Kinderbetreuung.

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Arbeitsmarkt: Die Teilung besteht fort
Manchmal bringt der ostdeutsche Arbeitsmarkt verblüffende Erfolgsmeldungen hervor. Zum Beispiel im Krisenherbst 2009: Während die Wirtschaft ihre rasanteste Talfahrt der Nachkriegszeit erlebte, sank die Arbeitslosenzahl im Osten unter die Schwelle von einer Million - zum ersten Mal seit der Wiedervereinigung. Im Herbst 2011 könnte nun sogar die Marke von 900.000 fallen.

Von einer echten Erfolgsgeschichte kann deswegen aber noch lange keine Rede sein. Kaum irgendwo ist die deutsch-deutsche Teilung noch immer so offensichtlich wie auf dem Arbeitsmarkt. Denn die Realität ist auch: Von den 82 Millionen Einwohnern der Republik lebt zwar nur jeder Fünfte östlich der ehemaligen Grenze.

Von den knapp drei Millionen Arbeitslosen ist aber jeder Dritte in Ostdeutschland zu Hause - obwohl seit der Wende Hunderttausende in den Westen umgezogen sind oder als Pendler dort arbeiten. Auch in der Struktur der Wirtschaft sind die Folgen der Teilung noch immer präsent: Nur 15 Prozent der Beschäftigten im Osten arbeiten in der Industrie - gegenüber 22 Prozent im Westen. Außerdem zeigt sich im Osten besonders stark der Einfluss der Demografie. Der drastische Geburtenrückgang nach Mauerfall und Wende sorgt nun dafür, dass immer weniger junge Menschen auf den Arbeitsmarkt drängen.

Dieser Trend ist Segen und Fluch zugleich. Denn trotz der nach wie vor überproportional hohen Arbeitslosigkeit weitet sich damit der Fachkräftemangel im Osten besonders schnell aus. Die große Sorge: Falls die Region im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte nicht aufholt, könnte sie den gerade erst erreichten Schwung beim Aufbau innovativer Wirtschaftsstrukturen bald wieder verlieren.

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