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11.01.2005

13:24 Uhr

60 Todesopfer bestätigt - Zahl wird deutlich steigen

Zahl der vermissten Deutschen sinkt weiter

Die Zahl der im südasiatischen Katastrophengebiet vermissten Deutschen ist erstmals unter die Marke von 700 gesunken. Staatssekretär Klaus Scharioth vom Auswärtigen Amt sagte am Dienstag in Berlin, derzeit würden noch 678 Deutsche vermisst.

HB BERLIN. Der Rückgang sei darauf zurückzuführen, dass sich seit Montag mehr als 40 Reisende bei der Polizei gemeldet hätten. Die Zahl der identifizierten toten Deutschen liege unverändert bei 60, doch könne sie wegen erwarteter Untersuchungsergebnisse bald steigen. Die in der „Aktion Deutschland Hilft“ (ADH) zusammengeschlossenen Organisationen gaben bislang schon 17 Mill. € für Soforthilfe aus. Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul kündigte an, Deutschland werde seine Hilfsmaßnahmen vor allem auf Frauen und Kinder konzentrieren.

Bei der durch ein Seebeben ausgelösten Flut waren am 26. Dezember in Asien und Afrika mehr als 150 000 Menschen ums Leben gekommen. Scharioth sagte nach einer weiteren Sitzung des Krisenstabs des Auswärtigen Amts, dass die Zahl der vermissten Deutschen rückläufig sei, müsse sich nicht zwangsläufig fortsetzen. Sie könnte auch wieder steigen. Da derzeit Gen- und Zahndaten abgeglichen würden, sei damit zu rechnen, dass die Zahl der identifizierten deutschen Toten bald steige. Es sei aber nicht zu erwarten, „dass wir in schneller Zeit endgültige Zahlen haben werden“. Mit der Identifizierung der Toten seien 50 Beamte des Bundeskriminalamts befasst. Insgesamt seien 300 Experten im Katastrophengebiet im Einsatz. Die Zahl der verletzten Bundesbürger betrage unverändert 300. Zunehmend wichtiger werde die psychosoziale Betreuung der Überlebenden.

Scharioth sagte weiter, in Indonesien werde ein Lazarett der Bundeswehr in wenigen Tagen voll einsatzfähig sein. In Sri Lanka versorge das Technische Hilfswerk durch den Einsatz von Aufbereitungsanlagen und die Wiederinbetriebnahme von Großbrunnen mehr als 130 000 Menschen mit Trinkwasser.

Ministerin Wieczorek-Zeul sagte vor der Abreise zu einer Geberkonferenz in Genf, Deutschland werde seine Hilfe „vor allem darauf konzentrieren, den Ärmsten und am härtesten Getroffenen zu helfen, und das sind Frauen und Kinder“. Es seien in Südasien fünf Mill. Menschen obdachlos geworden. Neben der Linderung der unmittelbaren Not gehe es auch um die nachhaltige Unterstützung des Wiederaufbaus, wiederholte die SPD-Politikerin frühere Aussagen der Bundesregierung. Die „Aktion Deutschland Hilft“ teilte mit, von den gesammelten 70 Mill. € Spenden seien bereits 17 Mill. € in Projekte umgesetzt worden. Das Geld sei unter anderem in Nahrungsmittel, die Trinkwasseraufbereitung und die medizinische Hilfe geflossen. Jürgen Arnold, der für den Arbeiter-Samariter-Bund im thailändischen Phuket war, sagte, zunehmend wichtiger werde die Koordination der Hilfsmaßnahmen. „Das Problem (des Einsatzes) war, dass keiner übergeordnet da war, der das koordiniert hat.“

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