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17.03.2011

21:03 Uhr

63 Prozent

Führungskräfte befürworten Atom-Moratorium

VonDorit Marschall

Exklusiv63 Prozent der deutschen Führungskräfte stützen nach der Katastrophe in Japan die dreimonatige Aussetzung der Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke. Nur knapp ein Viertel bezeichnet das Moratorium als überstürzt.

Das Kernkraftwerk Philippsburg ist bereits vom Netz genommen. Quelle: dpa

Das Kernkraftwerk Philippsburg ist bereits vom Netz genommen.

DüsseldorfDie Führungskräfte in Deutschland stützen nach der Katastrophe in Japan den Kurs der Bundesregierung. Zumindest halten sie eine dreimonatige Aussetzung der Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke in einer exklusiven, repräsentativen Blitzumfrage für das Handelsblatt (Freitagsausgabe) mit einer breiten Mehrheit von 63 Prozent für "richtig". Als falsche, überstürzte Reaktion auf die Katastrophe in Japan bezeichnet dagegen nur ein gutes Viertel der Führungskräfte das Moratorium.

Die knapp 500 Spitzenmanager, die das Marktforschungsunternehmen Psephos von Montag- bis Donnerstagnachmittag telefonisch für das Handelsblatt befragt hat, begrüßen die erzwungene Pause. "Aus Sicht der Führungskräfte muss die Pause nicht nur genutzt werden, um die Sicherheit der Atomkraftwerke zu prüfen, sondern auch, um die künftige Energiepolitik zu diskutieren“, meint Psephos-Chef Hans-Jürgen Hoffmann. „Unternehmen, Politiker und die Bevölkerung müssen zu einem neuen Konsens finden."
Die Katastrophe in der Industrienation Japan hat auch die rationalen Führungskräfte gelehrt, dass Restrisiken mehr als eine theoretische Größe sind. 13 Prozent machen sich „große Sorgen“, dass eine ähnliche Atomkatastrophe in Deutschland passieren könnte. Weitere 55 Prozent geben an, sich „geringe Sorgen“ darüber zu machen. Angstfrei ist, nach eigenen Angaben, weniger als ein Drittel der Befragten.

Wie groß - jenseits der humanitären Tragödie - die ökonomischen Auswirkungen des Unglücks sind, halten Volkswirte auch eine Woche danach für sehr schwer quantifizierbar. Die deutschen Unternehmen, das zeigt die Handelsblatt-Umfrage, rechneten bis gestern zu 80 Prozent nicht mit Einbußen für ihr eigenes Geschäft. In Großunternehmen meinen das allerdings nur 70 Prozent. Eine globale Rezession fürchten derzeit neun Prozent der Manager in Deutschland.

Kommentare (1)

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18.03.2011, 12:10 Uhr

Gabe es je einen Konsens, zwischen Wirtschaft und Bevölkerung???
Es gab von je her einen Konsens zwischen Wirtschaft und Regierung. Es geht doch gar nicht in der Regierung oder Wirtschaft um ein Umdenken, sondern nach einer Pause, ist man wieder im alten Trott.
Ich bin für eine Entflechtung der Beziehungen zwischen Wirtschaft und Regierung, das macht Sinn.
Danke

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