Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.06.2015

08:23 Uhr

70 Jahre CDU

Merkel würdigt CDU-Gründer

Das Land lag in Trümmern, als die CDU nach dem Krieg ins Leben gerufen wurde. 70 Jahre später stellen die Christdemokraten die Kanzlerin. Nun lobt Angela Merkel die Gründer auf dem parteieigenen TV-Kanal.

Die Kanzlerin geizt nicht mit Lob: Eine „ganz herausragende Sache” sei die Zukunftsvoraussicht der CDU-Gründer gewesen, sagte die Kanzlerin im parteieigenen Sender CDU.TV AFP

Angela Merkel

Die Kanzlerin geizt nicht mit Lob: Eine „ganz herausragende Sache” sei die Zukunftsvoraussicht der CDU-Gründer gewesen, sagte die Kanzlerin im parteieigenen Sender CDU.TV

BerlinDie CDU-Vorsitzende, Kanzlerin Angela Merkel, hat die Gründer ihrer Partei vor 70 Jahren für Mut und Zuversicht nach schrecklichen Kriegsjahren gewürdigt. „Ich finde, nach all den (...) grausamen Erlebnissen, die es im Zweiten Weltkrieg gab, auch für die Persönlichkeiten, die die CDU gegründet haben, war das eine ganz herausragende Sache, dass man in die Zukunft geguckt hat, und dafür auch die Kraft hatte“, sagte Merkel dem parteieigenen Kanal CDU.TV.

1945 riefen Politiker, Gewerkschafter, Wissenschaftler und andere in mehreren Städten zur Gründung der Christlich-Demokratischen Union auf. Der bekannteste Aufruf stammt vom 26. Juni 1945 in Berlin. Diesen Tag wählte die CDU als Geburtsdatum. In den sieben Jahrzehnten stellte sie mit Merkel bisher fünf der acht Bundeskanzler und regiert das Land damit viele Jahre länger als die SPD. Die CDU ist auch mit rund 453 000 Mitgliedern knapp vor der SPD größte Partei im Land.

Stärken und Schwächen von Angela Merkel

„Alternativlos“

Das ist eines der Lieblingswörter, wenn Kanzlerin Angela Merkel andere von ihrer Politik überzeugen möchte. Alternativlos ist derzeit für die CDU auch Merkels achte Wahl zur Parteichefin. Die Christdemokraten können sich momentan nicht vorstellen, wer außer der Physikerin aus der DDR die Partei führen sollte.

Ausdauer

Merkel schreibt sich selbst „kamelartige Fähigkeiten“ zu: Reserven anlegen, dosiert einsetzen. Krank ist sie selten - wenn doch, erfährt man es in der Regel nicht. Anders am Montag. Da war ihr so unwohl, dass sie eine Interview-Aufzeichnung unterbrach. Noch am Abend präsentierte sie sich wieder munter. Wer nicht zäh ist, kann Kanzleramt und Parteivorsitz nicht machen.

Geduld

Merkel kann zuhören - und abwarten. Selten reagiert sie im Affekt. So dauerte es lang, bis sie Russlands Präsident Wladimir Putin offen attackierte.

Uneitel

Anhänger wie Gegner schätzen Merkels Bodenhaftung, ihre unaufgeregte Art. Keine Skandale, keine Eskapaden, keine Diva. Oder wie Wolfgang Schäuble sagt: „Die ist nicht so Hurra-mäßig wie bei Napoleon - aber erfolgreicher.“

Ideologiefrei

Merkel zeigt sich erst einmal für alles offen und denkt nicht in den Grenzen der Unionspolitik.

Kein Redetalent

Merkel kann ein Publikum nicht mitreißen. Öffentlich formuliert sie selten scharf und pointiert.

Erklärungsdefizit

Viele Menschen sagen auch, sie wüssten nicht, was Merkels Botschaft sei. Sie erkläre ihre Politik nicht.

Keine Nachwuchsförderung

Dass Merkel so unangefochten in der CDU ist, liegt auch daran, dass sie Konkurrenten kalt gestellt hat und keine Talente gezielt fördert.

Keine Vision

Kritiker beklagen, dass Merkel keine eigenen Ziele entwerfe, sondern Ideen anderer sammele und dann die Mehrheitsmeinung suche, um nicht zu unterliegen.

Nachtragend

Merkel vergisst nichts. Wer bei ihr einmal in Ungnade fällt, ist abgemeldet. Bei nächst passender Gelegenheit zieht sie Konsequenzen. Vor allem viele Männer sehen darin wieder eine Stärke. „Sie kann Rache kalt genießen“, sagt einer aus der Opposition.

Zu den Tiefpunkten in der Geschichte der Partei gehört die Spendenaffäre Ende der 1990er Jahre, durch die die Christdemokraten einen großen Vertrauensverlust erlitten. In der Nachkriegszeit versäumte die CDU lange eine offene Auseinandersetzung mit Nazi-Diktatur und Holocaust.

Am Montag veranstaltet die CDU einen Festakt mit rund 600 Gästen im E-Werk in Berlin - einem ehemaligen Umspannwerk, das in den 1990er Jahren zur Techno-Szene gehörte. Höhepunkt ist eine Diskussion von jungen und alten CDU-Mitgliedern, darunter 18-jährige Neulinge und Christdemokraten, die fast seit der Gründung in der Partei sind.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Vitto Queri

26.06.2015, 10:21 Uhr

>> Merkel würdigt CDU-Gründer >>

Und wird diesen korrupten Schmarotzer-Haufen zum Friedhof tragen. Das ist ihre Mission !

Herr Horst Meiller

26.06.2015, 10:53 Uhr

Letztendlich wird diese Partei dann doch noch an der "DDR" scheitern und zugrundegehen. Ob sich Helmut das genau SO vorgestellt hat?

Frau Margrit Steer

26.06.2015, 17:37 Uhr

Eine völlig entkernte CDU hinterläßt Merkel. Eine CDU die der SED immer ähnlicher wird und dem faschistischen grünen Haufen.
Nein, CDU war mal

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×