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31.01.2009

14:17 Uhr

86 500 neue Ausbildungsplätze in 2008 geschaffen

Wirtschaft übertrifft offenbar Ausbildungspakt-Zusage

Die deutsche Wirtschaft hat nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters im vorigen Jahr 86 500 neue Ausbildungsplätze angeboten und damit ihre Zusage im Ausbildungspakt mit der Bundesregierung erneut weit übertroffen.

Bundesarbeitsminister Olaf Scholz kann sich freuen: 2008 hat die deutsche Wirtschaft offenbar 86500 neue Ausbildungsplätze geschaffen. Foto: ap ap

Bundesarbeitsminister Olaf Scholz kann sich freuen: 2008 hat die deutsche Wirtschaft offenbar 86500 neue Ausbildungsplätze geschaffen. Foto: ap

HB BERLIN. Dies erfuhr Reuters am Samstag vorab aus der Bilanz der Pakt-Partner, die die Spitzen der Wirtschaftsverbände, Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) und weitere Mitglieder der Bundesregierung am Montag vorlegen. Zugesagt hatte die Wirtschaft 60 000 neue Lehrstellen.

Dennoch blieb bei Jahresbeginn rechnerisch eine Lehrstellenlücke. Allerdings konnten die Bundesagentur für Arbeit (BA) und die Verbände in der Nachvermittlung seit Ende September die Zahl der noch unversorgten Bewerber deutlich verringern. Von 14 500 unversorgten Ausbildungsbewerbern am 30. September waren Mitte Januar noch 6000 übrig. Für sie gab es nach Zahlen der Bundesagentur noch 3300 offene Stellen. Rechnerisch fehlten also 2700 Lehrstellen. Im Jahr zuvor fiel die Bilanz schlechter aus. Damals gab es im Januar für 13 600 unversorgte Bewerber noch 4200 offene Stellen.

Trotz Wirtschaftsabschwungs und steigender Arbeitslosigkeit hofft die Wirtschaft Verbandskreisen zufolge, dass der Ausbildungsmarkt in etwa stabil bleibt. Die Sicherung des künftigen Fachkräftebedarfs sei auch bei schlechten wirtschaftlichen Aussichten unverzichtbar. Bei länger anhaltender Rezession werde aber auch der Ausbildungsmarkt nicht ungeschoren bleiben. Eine Entlastung gebe es durch sinkende Schulabgängerzahlen.

Partner im Ausbildungspakt sind die großen Wirtschaftsverbände, die Bundesregierung und die BA. Mit dem Ausbildungspakt hatte die Wirtschaft 2004 Pläne der damaligen rot-grünen Bundesregierung für eine Ausbildungsabgabe abgewehrt.

Trotz der hohen Zahl neuer Ausbildungsplätze wurden für das im Herbst angelaufene Lehrjahr weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen als im Vorjahr. Diese Zahlen hatte das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) bereits im Dezember bekanntgegeben. Demnach wurden bis Ende September 616 300 Verträge neu abgeschlossen und damit 9600 weniger als im Vorjahr. Im Herbst 2007 war bei den neuen Lehrverträgen noch das zweitbeste Ergebnis seit der Wiedervereinigung erreicht worden. Die höchste Zahl gab es 1999 mit gut 631 000 Lehrverträgen.

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