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31.12.2011

09:34 Uhr

A. T. Kearney-Studie

Gesundheitswesen kostet mehr als gedacht

Die Verwaltungskosten im deutschen Gesundheitssystem sind laut einer aktuellen Studie fast viermal so hoch wie in der Industrie. Milliarden könnten eingespart werden. Versicherte zahlen also unnötig hohe Beiträge.

Zu wenig Zeit für die Patienten, zu viel Verwaltungsaufwand: Ärzte klagen schon lange über diesen Missstand. dpa

Zu wenig Zeit für die Patienten, zu viel Verwaltungsaufwand: Ärzte klagen schon lange über diesen Missstand.

BerlinBürokratische Abläufe machten im Jahr 2010 rund 23 Prozent der Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung aus. Bei insgesamt 176 Milliarden Euro wären das also mehr als 40 Milliarden Euro. In der Industrie liege dieser Anteil bei nur 6,1 Prozent, zitiert das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ aus der Studie der Unternehmensberatung A. T. Kearney.

Durch schlankere Strukturen ließe sich der Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung von derzeit 15,5 auf 14,2 Prozent senken, schlussfolgern die Verfasser der Untersuchung. Die Krankenkassen verursachten nicht nur in ihren eigenen Unternehmen Bürokratie, sondern in der gesamten Branche, etwa bei Apotheken, Arztpraxen oder Krankenhäusern, heißt es weiter.

Neben den offiziell angegebenen Verwaltungskosten in Höhe von 9,5 Milliarden Euro kämen deshalb noch weitere 18 Milliarden Euro hinzu, die bisher nirgendwo veranschlagt seien. So müssten etwa Krankenhausärzte 37 Prozent ihrer Arbeitszeit mit Verwaltungsaufgaben zubringen. Auch die komplizierten Abrechnungsverfahren bei niedergelassenen Ärzten oder die Praxisgebühr seien Kostentreiber.

Das Gesundheitswesen habe durch die Vielzahl der Reformen „einen Grad der Komplexität erreicht, der nicht mehr angemessen beherrschbar ist“, schreiben die Berater. Nach ihrer Berechnung könnten rund 13 Milliarden Euro eingespart werden. A. T. Kearney hat laut „Spiegel“ für die Studie mehr als 6000 Ärzte, Apotheker und Sanitätshäuser befragt.

Von

dpa

Kommentare (43)

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norbert

31.12.2011, 10:02 Uhr

Diese Binsenweisheiten sind seit Jahrzehnten bekannt !
Stattdessen befleißigen sich alle, auf die demotivierten Leistungserbringer im Gesundheitswesen einzudreschen.

Account gelöscht!

31.12.2011, 10:07 Uhr

Die Eierköpfe erzeugen Wasserköpfe und die Dummköpfe im Parlament machen nichts dagegen. ;)

bedaro

31.12.2011, 10:31 Uhr

Wenn es den Verwaltungsbürokraten langweilig wird, und das ist ständig der Fall, dann erfinden sie eine neue Statistik bzw. bauen das unsägliche Berichtswesen weiter aus. So zementieren sie ihre eigentlich überflüssige Daseinsberechtigung in der Arbeitswelt.

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